Österreich

Nachfolger gesucht: Arbesbach bald ohne Arzt

Heute Redaktion
14.09.2021, 17:01

Dr. Wolfgang Tscherne ist 62. Nach 33 Jahren als Landarzt will er krankheitsbedingt in Pension gehen. Dass er seine Patienten im Bezirk Zwettl weiter gut betreut wissen will, stellt den Mediziner – wie viele seiner Kollegen – vor ein Riesenproblem: Er findet keinen Nachfolger! Jungärzte wollen oft nicht ins Dorf – „Heute“ berichtete.

Arbesbach, Bezirk Zwettl: Die Marktgemeinde hat 1753 Einwohner, insgesamt. Denn sie besteht aus zwölf Katastralgemeinden, auch viele Streusiedlungen sind dabei. Dass Hausbesuche da zum täglichen Job des Gemeindearztes gehören, ist klar. Dr. Wolfgang Tscherne macht sie trotzdem gerne.

Pensionswelle bedroht medizinische Versorgung

„Ich bin viel in der Natur, brauche nie einen Parkplatz zu suchen und Stiegen steigen – wie in Wien – muss ich auch nicht“, erklärt der Landarzt seine Sicht der Dinge. Er versteht nur teilweise, dass die Jungärzte nicht aufs Land wollen. Zwar gibt er zu, dass es heute finanziell schwieriger ist als 1978, als es ihn, den gebürtigen Wiener und frisch gebackenen Dr. Med., ins Waldviertel verschlug. Dem hält Tscherne ein attraktives Angebot entgegen:

100 Quadratmeter Praxis inklusive Warteraum, Anmeldung, zwei Behandlungsräumen, eigenem Labor und einer Hausapotheke bietet der Landarzt seinen potenziellen Nachfolgern. Plus: Einschulung und, wenn gewünscht, Begleitung durch die Anfangszeit.

Denn Dr. Tscherne will um jeden Preis verhindern, dass seine Patienten jenes Schicksal erleiden müssen, das in unserem Bundesland vielerorts droht: plötzlich wegen der anrollenden Mediziner-Pensionswelle ohne Doktor dazustehen!

Jungmediziner mit Interesse wenden sich per Mail an: [email protected]

Lisa Steiner

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