Österreich

Nach Hauseinsturz müssen Bim und Autos bremsen

Heute Redaktion
14.09.2021, 15:14

Nach der Explosion und dem Einsturz zweier Stockwerke des Wohnhauses in der äußeren Mariahilfer Straße dürfen die Straßenbahnlinien 52 und 58 seit Samstagfrüh wieder vorbei fahren. Für die Autos wurde Sonntagnachmittag zumindest die Richtung stadteinwärts geöffnet. Allerdings gilt strenges Tempolimit von 30 km/h. Am Freitag waren die Einsatzkräfte noch mit Säuberungsarbeiten und der Reparatur der Oberleitung beschäftigt. Wie durch ein Wunder wurde noch eine Katze aus der Ruine lebend geborgen.

dürfen die Straßenbahnlinien 52 und 58 seit Samstagfrüh wieder vorbei fahren. Für die Autos wurde Sonntagnachmittag zumindest die Richtung stadteinwärts geöffnet. Allerdings gilt strenges Tempolimit von 30 km/h. Am Freitag waren die Einsatzkräfte noch mit Säuberungsarbeiten und der Reparatur der Oberleitung beschäftigt. Wie durch ein Wunder wurde noch eine Katze aus der Ruine lebend geborgen.

Sechs Tage nach dem teilweisen Einsturz eines Wohnhauses in der Mariahilfer Straße 182 ist am Freitag ein Kater aus den Trümmern geborgen worden. Der schwarze Perser wurde ins Tierschutzhaus gebracht, informierte der Wiener Tierschutzverein.

Besitzer will "Sam" nicht zurück

"Sam" wurde dort mit Infusionen versorgt und befindet sich auf dem Weg der Besserung. Der Kater wird "mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit überleben", sagte Madeleine Petrovic, Präsidentin des Wiener Tierschutzvereins am Montag.

Gemeldet habe sich auch der Besitzer des Tiers. Ob der Kater zu ihm zurückkehren wird, ist aber ungewiss. Der Mann habe angegeben, sich in einer schwierigen familiären Situation zu befinden, erläuterte Petrovic. Die Entscheidung, wer sich künftig um das Tier kümmert, liege beim Veterinärdienst der Stadt Wien (MA60).

Straßenbahn und Autos fahren mit Tempo 30

Seit Sonntagnachmittag ist der gesperrt gewesene Abschnitt der äußeren Mariahilfer Straße auch für den Autoverkehr wieder geöffnet. Jedoch nur stadteinwärts. Die Baufirma konnte letzte Arbeiten noch am Freitagnachmittag abschließen. Das Areal ist abgesichert und bleibt eine "normale" Baustelle. Stadtauswärts muss der Autoverkehr aber weiter umgeleitet werden.

Damit es nicht zu Erschütterungen kommt, die die Hausruine gefährden könnten, muss man dort jedoch langsamer fahren, erklärte Heimo Weiss von der Schadenssanierungsfirma Belfor: "Es gilt sowohl für die Straßenbahn als auch für den Pkw-Verkehr eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 kmh." Die ersten Garnituren der Straßenbahn 52 und der 58 sind schon am Samstag um 5.13 bzw. 5.18 Uhr vom Westbahnhof losgefahren.

Am Freitag haben Mitarbeiter der MA48 die Umgebung des ehemals viergeschoßigen Hauses, das am Samstag durch eine Gasexplosion schwer beschädigt wurde, gesäubert. Sonderfahrzeuge der Wiener Linien kamen zum Einsatz, um die Rillen der Schienen zu reinigen. Schließlich wird am Abend damit begonnen, die Oberleitungen wieder herzustellen.

Bewohner dürfen Wertgegenstände holen

Laut dem Chef des Schadenssanierungsunternehmens Belfor, Heimo Ernst Weiss, ist man bis zum Freitagabend vor allem mit Schuttbeseitigung und Sicherungsarbeiten beschäftigt. Bereits vorher habe man gemeinsam mit der Hausverwaltung Wertgegenstände und Dokumente aus den gesperrten Wohnungen geborgen. Nächste Woche werden die Betroffenen Zug um Zug die Gelegenheit bekommen, ihre Habe in Sicherheit zu bringen.

Das Haus selbst wird nach Einschätzung der Baupolizei sicher noch ein bis zwei Jahre eine Baustelle sein - vorausgesetzt, die Eigentümer entscheiden sich für einen Wiederaufbau. Davon sei aber auszugehen, da nur 20 Prozent des Bauwerks substanziell zerstört worden seien.

Noch zwei Personen im Spital

Die Explosion am 26. April war . Der junge Mann starb unmittelbar nach seiner fünf Stunden nach der Explosion erfolgten Bergung. Eine schwer verletzte 48-Jährige wurde nach beinahe acht Stunden aus den Trümmern geholt.

Rund eine Woche nach dem Hauseinsturz befanden sich am Freitag noch zwei Verletzte in stationärer Spitalsbehandlung. Ein männlicher Patient konnte von der Intensiv- auf eine Normalstation verlegt werden, sagte Conny Lindner, Sprecherin des Wiener Krankenanstaltenverbundes. Die 48-Jährige liegt ebenfalls auf einer Normalstation. Sie erhält neben der medizinischen Behandlung psychologische Betreuung.

Spendenkonto für die Opfer

Die Volkshilfe Wien hat ein Spendenkonto für die Bewohner des Hauses in der Mariahilfer Straße eingerichtet. Viele von ihnen konnten sich keine Versicherung leisten und stünden jetzt vor dem Nichts. Spenden sind unter dem Kennwort "Einsturzopferhilfe" auf das Konto bei der ERSTE Bank, IBAN: AT05 2011 1800 8048 0000, BIC: GIBAATWW möglich.

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