Politik

Marcus Franz verlässt nach Merkel-Sager ÖVP

Heute Redaktion
14.09.2021, 01:44

Der ÖVP-Abgeordnete Marcus Franz hat mit seiner Kritik an der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel, wonach sie mit der Flüchtlingspolitik ihre Kinderlosigkeit kompensiere, für Aufregung gesorgt. Wie am Dienstag bekannt wurde, nimmt er den Hut. Er geht zwar nach eigenen Angaben freiwillig, eine andere Wahl schien er jedoch nicht zu haben.

Der ÖVP-Abgeordnete Marcus Franz hat mit seiner , wonach sie mit der Flüchtlingspolitik ihre Kinderlosigkeit kompensiere, für Aufregung gesorgt. Wie am Dienstag bekannt wurde, nimmt er jetzt den Hut. Er geht zwar nach eigenen Angaben freiwillig, eine andere Wahl schien er jedoch nicht zu haben.

Da ihm die "persönliche Freiheit wichtiger ist als die Zugehörigkeit zu einem großen Parlamentsklub" sei, habe er sich zu dem Schritt entschlossen, hieß es in einer Aussendung des ÖVP-Parlamentsklubs.

Er wolle sich nun im Parlament als freier Abgeordneter weiterhin für die Positionen, die ihm wichtig erscheinen, einsetzen. "Die Meinungsfreiheit ist in der Demokratie das höchste Gut. Und das will ich behalten", schrieb Franz am Dienstagnachmittag in einem Tweet.


Die Meinungsfreiheit ist in der Demokratie das höchste Gut. Und das will ich behalten.
— Marcus Franz (@MD_Franz)
Ganz freiwillig scheint Franz' Abschied nicht zu sein. Laut "Standard" gab es in der Nacht auf Dienstag eine Aussprache mit Obmann Reinhold Lopatka. Dieser soll ihm die Möglichkeit gegeben haben, selbst zurückzutreten, bevor er ausgeschlossen wird. 

Franz' Eintrag im : 

"... Frau Merkel wird gern als "Mutti" der Nation bezeichnet, weil sie vom Typus her wie der Inbegriff einer klassischen Mama wirkt. Fakt ist aber, dass sie keine eigenen Kinder hat. Mit diesem Merkmal der Kinderlosigkeit ist sie nicht allein, sie symbolisiert damit vielmehr eine zeitspezifische Eigenschaft: Kinderlosigkeit und niedrige Geburtenrate sind Kennzeichen vieler Länder Europas, vor allem aber Deutschlands (und auch Österreichs). In Deutschland war die Geburtenrate im Jahr 2012 sogar die niedrigste Europas. Derzeit beträgt sie dort nach einem minimalen Anstieg im letzten Jahr immer noch nur 1,47 Kinder pro Frau. (Der EU-Schnitt lag 2014 bei 1,57 Kinder/Frau.)"

Für das Fortbestehen einer Gesellschaft seien aber 2,1 Kinder/Frau notwendig, so der ÖVPler. Und Franz weiter: "...Die Theorie lautet: Frau Merkel will als die metaphorische "Mutti" des Staates das negative Faktum der nicht vorhandenen oder zu wenigen eigenen Kindern mit der Einbringung vieler, vieler junger Migranten wieder gut machen. Sie schafft damit für die kinderlose Gesellschaft die Kompensation eines Mangels. Die nie geborenen eigenen Söhne werden dazu aus dem Orient geholt und deren Ankunft wird zunächst einmal gefeiert wie eine echte Geburt. ..."

"Die eigene Lendenlahmheit gehört bestraft"

Vielleicht sei das sogar ein unbewusstes Zusatz-Motiv, mutmaßt Franz: "Wenn wir schon selber keine Kinder haben, dann ist es doch nur gut, wenn viele, viele Junge kommen - und wenn es uns zu viele werden: Geschieht uns ganz recht! Die eigene Lendenlahmheit gehört bestraft."
Grüne: "Fehl am Platze in einer Volkspartei"

Von den Grünen und der SPÖ kam heftige Kritik. Die Grünen-Frauensprecherin Berivan Aslan bezeichnete die Aussage als "sexistisch". "Wer im Jahr 2016 immer noch ein Problem mit einer weiblichen Regierungschefin hat, der sollte doch in einer Volkspartei fehl am Platze sein, oder?", fragt sich Aslan. Als "neuerliche Entgleisung" bezeichnete SPÖ-Bundesfrauengeschäftsführerin Andrea Brunner die Aussage. Das müsse "endlich Konsequenzen haben".

Der Mediziner Franz begann seine politische Karriere 2013 als Quereinsteiger und saß als Abgeordneter für das Team Stronach im Nationalrat. Im Juni 2015 wechselte er nach Unstimmigkeiten mit Frank Stronach in den ÖVP-Parlamentsklub.

Der ehemalige Team-Stronach- und jetzige ÖVP-Mandatar hat in der Vergangenheit immer wieder polarisiert. So gab er in der Vergangenheit bereits seine Ansichten zum ".

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