Erst am Montag wurde bekannt, dass das Budgetloch in Österreich noch größer ist als bisher bekannt war. Wie entsprechende Zahlen der Statistik Austria belegen, sind die Staatsschulden im Vorjahr auf satte 394,1 Milliarden Euro angestiegen.
Die Bundesregierung hat bereits erste Maßnahmen angekündigt, um ein drohendes Defizitverfahren der Europäischen Union doch noch verhindern zu können. So wurde etwa das bisherige Modell der Bildungskarenz mit 1. April abgeschafft – am Mittwoch präsentierte die Bundesregierung ein Nachfolgemodell.
AMS-Chef Johannes Kopf ging am Mittwoch nun einen Schritt weiter und sprach sich für die Abschaffung der Altersteilzeit aus. Dieses Modell konnten bisher all jene nutze, die fünf Jahre vor der Pensionierung stehen und mit ihrem Arbeitgeber eine Einigung erzielen konnten. "Das Modell ist total attraktiv für die Arbeitnehmer, aber deutlich zu teuer", wird der 52-Jährige in der "Krone" zitiert.
Vor allem für das AMS sei die Altersteilzeit sehr teuer, da im Falle der kontinuierlichen Altersteilzeit 90 Prozent der Kosten von der Arbeitslosenversicherung bezahlt werden. "Das österreichische Modell ist mit Blick auf die Budgetsituation deutlich zu teuer. Ich hielte es für gerechtfertigt, deutlich einzuschränken", stellt der AMS-Chef klar.
Auch im Regierungsprogramm sei eine Umstellung auf das neue System einer Teilpension verankert. Während bei der bisherigen Regelung die meisten Arbeitnehmer nur noch die Hälfte arbeiteten, dafür jedoch drei Viertel ihres Lohnes und die volle Pensionsversicherung erhielten, soll künftig eine verringerte Arbeitszeit ab 62 oder 63 möglich sein. Hierbei beziehen die Arbeitnehmer teilweise schon Pension.
Laut Kopf wäre dieses Konzept für den Staat deutlich billiger. Zudem kämen die Mittel aus der Pensionsversicherung und nicht mehr aus der Arbeitslosenversicherung.