Pensionistin klagt an:

"Geht sich nicht aus" – Leben wird bald unleistbar

Inflation, Energiepreisschock und Co. – Manuela Rosenauer spart überall, doch auch nur eine unvorhergesehene Anschaffung würde ihr Budget sprengen.
Michael Pollak
27.02.2025, 03:00

Kassasturz bei Manuela Rosenauer in Wels (OÖ). "Wie soll das weitergehen? Ich bin andauernd zum Sparen verpflichtet", sagt die Frühpensionistin zu "Heute". Sie ist vor vielen Jahren schwer erkrankt, einer Arbeit nachzugehen ist für sie nicht mehr möglich.

Jetzt steht die 54-Jährige regelmäßig vor unlösbaren Problemen. "Meine Pension wurde – wie alle anderen – um 4,6 Prozent erhöht. Das sind bei mir genau 55 Euro im Monat", klagt sie. Und dann: "Wenigstens bekomme ich Hilfe bei Medikamenten und Heilbehelfen, aber sonst geht sich kaum etwas aus."

"Früher waren 50 Euro genug für Einkauf"

Die Preis-Explosion der vergangenen Jahre spürt sie stark: "Früher ist sich ein größerer Einkauf – inklusive Hygieneartikel – mit 50 Euro ausgegangen. Jetzt komme ich nicht einmal mehr mit 100 Euro aus."

Rosenauer lebt äußerst sparsam. Sie kauft fast nur Waren, die in Aktion sind, und vergleicht Preise im Internet, bevor sie in die Geschäfte geht. Dazu kommen noch die Energierechnungen: "Gas ist jetzt so teuer, dazu noch die gestiegenen Netzkosten – wie soll das funktionieren?", fragt sie wiederholt während unserem Gespräch. Jede Ausgabe wird geprüft, "zum Friseur gehe ich auch nur zweimal im Jahr".

Hälfte der Pension für Service der Therme

Große Sorge hat sie, vor größeren Anschaffungen: "Meine Küche ist uralt, ich rechne damit, dass der Kühlschrank bald eingeht." Oder: "Allein die Thermenwartung wird mich heuer die Hälfte meiner Pension kosten." Die Pensionistin weiß, "alle jammern, es geht ja allen gleich". Und dann klagt sie: "Ich glaube, die Politik sieht das alles nicht."

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Manuela Rosenauer ist nur ein Beispiel von vielen. In Österreich sind 1,3 Millionen Menschen von Armut gefährdet. Gerade jetzt wird es für viele noch schlimmer. Anfang der Woche wurden die aktuellen Inflationszahlen präsentiert. Die Teuerungsrate ist auf 3,2 Prozent hinaufgeschnalzt (Jänner 2025 im Vergleich zum Jänner 2024). Im Vergleich zum Vormonat ist die Teuerungsrate wieder um 1 Prozent angestiegen.

Energiekosten pushen die Inflation in die Höhe

Hauptschuld an diesem Preis-Turbo sind die gefürchteten Energierechnungen. "Das Auslaufen der Strompreisbremse, der Anstieg der Netzentgelte bei Strom und Erdgas und die Anhebung von Erneuerbaren-Förderung und CO2-Steuer haben die Teuerung in Österreich zu Jahresbeginn 2025 steigen lassen", sagt Tobias Thomas, Generaldirektor der Statistik Austria.

Die Details der Erhebung: Die Kategorie "Wohnung, Wasser, Energie" war mit einer spürbar starken Teuerung von durchschnittlich +4,4 % wieder der stärkste Treiber der Inflation.

Aber auch Lebensmittel machen sich unangenehm auf den Kassazetteln bemerkbar: Fleisch +2,3 Prozent, Öle +11,1 Prozent, Obst ist um 4,2 Prozent teurer.

{title && {title} } POM, {title && {title} } Akt. 28.02.2025, 08:13, 27.02.2025, 03:00
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