Strafenflut in Wien-Favoriten

"Frechheit!" – Parkfallen-Opfer will 395 € nicht zahlen

Immer mehr Parkfallen-Opfer mit 395 Euro-Strafen melden sich zu Wort. Ein Betroffener, der vor der Einfahrt hielt, weigert sich zu zahlen.
Christian Tomsits
04.08.2024, 19:58

Der "Trick" ist ebenso simpel, wie rentabel. Um reihenweise Parksünder abzumahnen und zu klagen, wird eine Einfahrt in der Wiener Quellenstraße streng überwacht. Jeder, der hier verbotenerweise anhält, wird dokumentiert und wegen Besitzstörung aufgefordert 395 Euro zu bezahlen, um eine (noch teurere) Klage abzuwenden. Die Hauseigentümerin, eine ohnehin wohlhabende Unternehmerin, soll so Zehntausende Euro monatlich lukrieren – wir berichteten.

Zahlen müssen das die Autofahrer, die meist aus Parkplatznot oder Zeitdruck kurzzeitig auf die Einfahrt ausweichen.Einer von vielen Betroffenen will sich nun gegen die Parkfalle wehren. "Das ist eine absolute Frechheit, früher konnte man da kurzzeitig stehen, ohne Probleme", so der zerknirschte Familienvater. Er zahlte die Gebühr nicht ein und wurde jetzt geklagt. Im August muss er einen Halt am Bezirksgericht Favoriten einlegen.

Doch die bedenkliche Entstehung der Strafe (Überwachungskamera, die auf die Straße filmt), sowie das vermutete Motiv der Klägerin ("Geldgier") stößt dem 37-Jährigen sauer auf. Er überlegt noch, zum Prozess zu erscheinen und den Verantwortlichen seine Meinung zu sagen. "Das das alles erlaubt ist, ärgert mich extrem. Eigentlich müssen wir was dagegen machen", so der Mann.

Zwar sei bei ihm die Besitzstörung rechtlich vollzogen, weil er kurz aus dem Fahrzeug ausstieg. Aber die Kamera, die ihn erwischte, wurde laut "Heute"-Infos wurde nach Beschwerden aus der Bevölkerung von der Datenschutzbehörde überprüft und anschließend entfernt. Denn sie war in einer oberen Ecke der unscheinbaren und weitestgehend unbenutzten Einfahrt (die auch als Hauseingang fungiert) angebracht und hatte einen zu großen Bereich des öffentlichen Raumes bildlich abgedeckt. Das gemachte Bild darf wohl trotzdem verwendet werden.

Und die kürzliche Abnahme der Kamera ließ die Eigentümerin und die beteiligte Zupf-di-Nachfolgefirma (die für die Frau das Geld "eintreibt") völlig unbeeindruckt. Seither sollen beauftrage Helfer aus einem Fahrzeug oder zu Fuß Fotos von den Falschparkern knipsen und so Besitz und Einkünfte der Eigentümerin schützen. Die große Häufung an teuren Strafen wurden mittlerweile sogar ein Fall für die Politik – wir berichteten. Sogar eine Demo an Ort und Stelle ist bereits geplant.

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