Seit zwei Jahren wird an Unis und FHs fast nur studiert, zum Feiern war – coronabedingt – kaum Gelegenheit. Das sorgte für ziemlichen Frust. Besonders frustiert aber sind viele Studierendeeiner bekannten Wiener Fachhochschule. Ihnen wurden fast zwei Jahre lang nahezu alle Abschlussfeiern abgeblasen. Ein Finanzierungsbetrag für die Sponsions-Feste wurde dennoch einkassiert.
"Das ist seit vielen Jahren gelebte Praxis bei vielen privaten Unis und FHs", verteidigte der Sprecher die Vorgehensweise. Der Sponsionsbeitrag sei Teil des Ausbildungsvertrages, den jeder Hochschüler vor Start des Studiengangs unterschreiben müsse.
Dabei werden neben den Studiengebühren auch wohlfeile 70 Euro für eine Abschlussfeier fällig. "Das Geld ist ein Durchschnittsbetrag, den alle zahlen, egal ob sie daran teilnehmen oder nicht. Das Geld wird für Raummiete, Musik, Sekt und für prominente Festredner ausgegeben", hieß es.
Die Sekt-Feiern, die vor Corona jedes Semester vielfach stattgefunden hatten, fielen wegen der Pandemie nahezu allesamt ins Wasser. Daher soll ein E-Mail an alle Studenten ausgeschickt worden sein, wo sie darüber informiert wurden, dass sie ihr Geld zurückverlangen können, behauptete der Sprecher. "Ein hoher Anteil der Absolventen hat sich das Geld zurückgeholt", hieß es auf "Heute"-Nachfrage. Wie viele das jedoch nicht getan hätten und wie viel Geld somit angehäuft wurde, ist offen.
Fakt ist: Bei 500-700 Absolventen pro Jahr reichen bereits einige wenige rückforderungs-säumige Studierende, um der FH ein stolzes Sümmchen zu bescheren. "Das Geld fließt nicht ins reguläre Budget, sondern wird für künftige Feiern verwendet", erklärte der Sprecher. Bleibt zu hoffen, dass das stimmt und den Studenten bei den nächsten Fest mindestens edler Champagner, statt schnödem Sekt serviert wird. Denn der FH dürfte mehr Finanzkraft denn je fürs Feiern zur Verfügung stehen.