Kind wurde ihr weggenommen

Falscher Embryo eingesetzt – Krystena verklagt Klinik

Krystena Murray gebar in den USA ein Kind, das klar nicht ihr eigenes war. Dennoch zog sie es auf – bis sich die richtigen Eltern meldeten.
20 Minuten
22.02.2025, 22:01

Weil ihr ein falscher Embryo eingesetzt wurde, zieht eine Frau im US-Bundesstaat Georgia gegen eine Fruchtbarkeitsklinik vor Gericht. Sie habe "unwissentlich und unfreiwillig ein Kind ausgetragen, das nicht mit ihr verwandt war", heißt es in der Klageschrift, die am Dienstag (Ortszeit) vor einem Gericht in der Stadt Savannah eingereicht wurde.

Die Frau hatte beschlossen, mithilfe eines Samenspenders und Reagenzglasbefruchtung ein Kind zu bekommen. Dabei sollte eine ihrer Eizellen genutzt und der so entstandene Embryo ihr eingesetzt werden.

"Offensichtlicher" Fehler

Murray habe einen Samenspender gewählt, der wie sie selbst blonde Haare und blaue Augen habe. Im Dezember 2023 habe sie dann einen Buben zur Welt gebracht, der "ein dunkelhäutiges, afroamerikanisches" Kind war. Es sei "offensichtlich" gewesen, dass der Bub zwar kerngesund, aber nicht mit ihr verwandt sei, sagte ihr Anwalt Adam Wolf. Ein DNA-Test habe dies später bestätigt. Trotzdem habe sie das Kind in seinen ersten Monaten aufgezogen und eine starke emotionale Bindung zu ihm aufgebaut.

Als die Klinik die biologischen Eltern des Kindes informierte, hätten diese auf das Sorgerecht geklagt. Im Alter von fünf Monaten sei das Kind dann seinen biologischen Eltern übergeben worden. "Ich verließ das Gebäude mit einem leeren Kinderwagen, während sie mit meinem Sohn davongingen", schilderte die 38-Jährige dem Sender NBC News. "Der glücklichste Tag in ihrem Leben ist mein schlimmster."

"Werde das Kind wohl nie mehr sehen"

Es vergehe kein Tag, an dem sie nicht an den Buben denke, sagte die Frau dem Sender ABC News. "Ich habe ihn fünf Monate lang aufgezogen, aber ich habe seine ersten Schritte nicht gesehen. Ich weiß nicht, was seine ersten Worte sind." Sie werde das Kind wohl nie mehr sehen, heißt es in der Klageschrift. Die 38-Jährige wisse außerdem nicht, was mit ihrem eigenen Embryo passiert ist und ob dieser ebenfalls irrtümlich einer anderen Frau eingesetzt worden sei.

Die Klinik Coastal Fertility Specialists in Mount Pleasant in South Carolina entschuldigte sich in aller Form bei Murray und gab an, es habe sich um einen einzigartigen Vorfall gehandelt. Im Nachgang habe man die internen Sicherheitsrichtlinien überarbeitet.

"Todsünde" für eine Fruchtbarkeitsklinik

Sie habe körperliche, seelische sowie finanzielle Belastungen erlitten, heißt es in der Klage. "Die Klinik kam sehr nahe daran, mich zu zerstören", sagt Murray. "Was geschah, ließ mich mit der Frage zurück, ob ich Mutter werden sollte." Gegenüber NBC gab sie aber an, den Prozess bei einer anderen Klinik wieder eingeleitet zu haben und will in den kommenden "ein, zwei Jahren" einen neuen Ablauf nehmen.

Die Anwälte pochen auf Schadenersatz. Doch den emotionalen Schaden, den Krystena Murray erlitt, kann wohl kein Geld der Welt heilen. "Solche Fehler sollten in einer Fruchtbarkeitsklinik nie passieren", sagt Murrays Anwalt Wolf. "Das ist eine Todsünde."

{title && {title} } 20 Minuten, {title && {title} } Akt. 23.02.2025, 12:56, 22.02.2025, 22:01
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