Laut einem Bericht der "Krone" landete im Briefkasten des verurteilten Schauspielers vor kurzem Post des Oberlandesgerichtes Wien. Im Berufungsprozess zum Schadensersatz zwischen Teichtmeister und seinem ehemaligen Arbeitgeber, dem Burgtheater, wurde nun eine Entscheidung getroffen. Das Haus am Ring erhält jetzt doch eine höhere Summe von dem 45-Jährigen.
Zur Erinnerung: Das Gerichtsurteil in der Causa Burgtheater gegen den wegen Missbrauchsdateien verurteilten Schauspieler Florian Teichtmeister erging im Mai. Auf knapp 100.000 Euro Schadenersatz hatte das Theater den in Ungnade gefallenen Schauspieler damals geklagt. Nach dem Urteil des Erstgerichts wurde dem Burgtheater lediglich eine Summe von 19.231 Euro zugesprochen. Das Haus am Ring legte Berufung gegen das Ersturteil des Arbeits- und Sozialgerichts ein.
Das Urteil des Oberlandesgerichts hatte ein halbes Jahr auf sich warten lassen – doch schließlich wurde eine Entscheidung getroffen. Der Ex-Burgschauspieler muss seinem früheren Arbeitgeber statt 19.231 Euro eine Summe von 58.725 Euro bezahlen, was einer Verdreifachung des ursprünglichen Urteils entspricht. Wie eine Gerichtssprecherin gegenüber der "Krone" verriet, muss der 45-Jährige nun unter anderem Schadensersatz für die Umbesetzungsproben, eine Kostümassistentin, die Neuauflage von Programmheften, Krisenkommunikation und Rechtsberatung bezahlen.
Eine ordentliche Revision wäre unzulässig. Die einzige Möglichkeit für Teichtmeister wäre, eine außerordentliche Revision zu beantragen, um den Fall zum Obersten Gerichtshof (OGH) zu bringen. Sein Anwalt Manfred Arbacher-Stöger kritisiert die Entscheidung des Oberlandesgerichts. Ihm zufolge hätte man sich nicht ausreichend mit der Rechtsfrage befasst.
Teichtmeister wurde am 5. September 2023 im Wiener Landl zu zwei Jahren bedingter Haft verurteilt. Insgesamt 76.000 Missbrauchsdarstellungen von Kindern und Jugendlichen sollen sich in seinem Besitz befunden haben. In weiterer Folge lieferten sich die Anwälte Teichtmeisters, Manfred Arbacher-Stöger und Elisabeth Thaler, am 22. April 2024 ein Wortgefecht mit den Vertretern des Burgtheaters.
Die ersten Vorwürfe gegen den Schauspieler wurden bereits im September 2021 bekannt. Damals bestätigte Teichtmeister in einem Gespräch mit Geschäftsführer Martin Kušej und der Direktion, dass die medial aufgetauchten Vorwürfe ihn betreffen. Teichtmeister hoffte damals auf eine Diversion, um einen öffentlichen Strafprozess zu vermeiden. Er gestand die Richtigkeit der Vorwürfe bezüglich der Missbrauchsdarstellungen nicht ein, Teichtmeister sprach von einem Racheakt seiner Ex-Lebensgefährtin. Dadurch behielt ihn das Burgtheater in seinem Ensemble. Seit seiner Verurteilung am Arbeits- und Sozialgericht ist Teichtmeister der Öffentlichkeit ferngeblieben.