Der Online-Handel steigt weltweit weiterhin an. Die Covid-19-Pandemie hat dem Sektor noch mehr Schub gegeben und zu atemberaubenden Umsatzrekorden geführt.
Große Unternehmen wie Amazon und Alibaba hätten den Online-Einkauf "monopolisiert" und die Erwartungen der Verbraucher gesteigert, indem sie Sofort-Lieferungen und kostenlose Rücksendungen anbieten, so Klima-Expertin Martina Igini vom Umwelt-Portal earth.org.
Auch in Österreich ist der Onlinehandel auf der Überholspur. Allerdings fließt ein Gutteil der Umsätze ins Ausland, erklärt Rainer Will vom Handelsverband. Die eCommerce-Ausgaben der Österreicher stiegen heuer auf 10,6 Milliarden Euro.
Überflieger ist im Jahr 2024 das Smartphone-Shopping mit einem Zuwachs von 36 Prozent. "Für 2025 erwarten wir eine anhaltend positive Umsatzentwicklung", so Will.
Im heurigen Jahr shoppten sechs Millionen Österreicher im Online-Handel, also zwei Drittel der Gesamtbevölkerung. Top-Warengruppen sind Bekleidung (2,4 Milliarden Euro Umsatz), Elektrogeräte (1,3 Milliarden Euro) und Möbel (0,9 Milliarden Euro), so Wolfgang Ziniel von der KMU Forschung Austria.
Weltweit erreichte der globale E-Commerce-Verkehr im Einzelhandel einen Rekordwert von 22 Milliarden Einkäufen pro Monat und einen atemberaubenden Umsatz umgerechnet knapp 2,6 Billionen Euro, so Earth.org.
Die Verpackung von Produkten trägt massiv zu den CO2-Emissionen bei, die durch die Herstellung von Kunststoffen entstehen. Die Produktion verschmutze Ökosysteme und verursache enorme Abfallmengen auf unseren Mülldeponien, kritisieren Experten.
Der Warenversand im Online-Einkauf verursacht bis zu 400 Gramm CO2 pro Bestellung. Im Jahr 2020 verursachten Versand und Rücksendungen von Produkten 37 Prozent der globalen Treibhausgas-Emissionen, so Klima-Expertin Igini.
Laut Waldschutzorganisation Canopy werden jährlich drei Milliarden Bäume zu Zellstoff verarbeitet, um mehr als 240 Millionen Tonnen Versandkartons herzustellen.Von den 86 Millionen Tonnen Kunststoffverpackungen, die weltweit jährlich produziert werden, werden allerdings nur 14 Prozent recycelt.
Doch der Versand ist nicht das einzige Problem: Einen überraschend starken Anstieg verzeichnet heuer auch die Retourenquote - und zwar auf mittlerweile 42 Prozent. Das heißt: Von den sechs Millionen Österreichern, die im Distanzhandel einkaufen, retournierten 2,5 Millionen Menschen ihre bestellten Waren.