Seit knapp 15 Jahren lebt Sonja Pikart, die nun bei der Verleihung im Wiener Globe mit dem österreichischen Kabarettpreis ausgezeichnet wurde, nun schon in Wien. Ursprünglich stammt die Kabarettistin aber aus Aachen, was auch ihre Anfänge in Österreich maßgeblich prägen sollte.
"Ich hatte schon den Eindruck, dass man zumindest erstmal immer über diesen Elefanten im Raum hinwegspielen musste. Und ich habe auch gemerkt, dass ich anfangs noch immer das Bedürfnis und das Gefühl hatte, dass ich das auch machen muss. Also zu vermitteln: 'Ja, ich bin Deutsche. Alles ist okay'", erklärt die 40-Jährige im Gespräch mit "Heute", "das tu ich jetzt nicht mehr. Ich steh' jetzt mit größerer Selbstverständlichkeit auf der Bühne."
Pikart hat sich innerhalb der Szene behauptet, bekam 2019 den Förderpreis des österreichischen Kabarettpreises und wurde dieses Jahr nun gleich in zwei Kategorien - dem Hauptpreis sowie dem Programmpreis - geehrt. "So fünf Jahre und zwei Programme später merkt man auch, dass man angekommen und gereift ist. Also eine schöne Entwicklung, die man da rückblickend beobachten kann."
Derzeit ist sie mit ihrem Solo-Programm "Halb Mensch" sowie dem Programm "GHÖST - Eine Halloweenshow", welches sie gemeinsam mit Berni Wagner und Christoph Fritz aufführt, unterwegs. Ersteres dreht sich um ein Szenario, indem die Welt von einer Künstlichen Intelligenz kontrolliert wird. "Es geht auch um das Thema der Menschlichkeit in Zeiten von Technologien und was das eigentlich bedeutet", so Pikart.
„Ich glaube, Humor sollte niemandem wehtun“Sonja Pikartim Gespräch mit "Heute"
Auf die Frage, ob Humor ihres Erachtens Grenzen haben sollte, antwortet die Kabarettistin schnell: "Ich glaube, Humor sollte niemandem wehtun", ist sich Pikart sicher, "ich halte es für keine gute Idee, dass man sich auf Kosten Unschuldiger irgendwie lustig macht. Ich finde, wir sollten alle lachen können."