Post von Kirche

Alleinerzieherin (37) soll für Alleinerzieher spenden

Ein Brief der Erzdiözese Wien sorgt bei einer Alleinerzieherin aus Mistelbach für Ärger. Die 37-Jährige soll für Alleinerzieher spenden.
Newsdesk Heute
27.12.2024, 19:02
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Gar nicht christlich empfand eine 37-jährige, alleinerziehende Mutter aus Mistelbach den Brief der Erzdiözese Wien, Kategoriale Seelsorge, welcher just zu den Weihnachtsfeiertagen im Postkasten lag. Denn die Mutter einer 13-jährigen Tochter sollte für die "Ladies Lounge", ein Hilfsprogramm, welches alleinerziehende Mütter über längere Zeit unterstützt, spenden.

"Pro Mutter und Einheit sind dafür nicht mehr als 24 Euro notwendig. Jeder Beitrag hilft" stand auf der Zahlungsanweisung als kundenfreundliche Orientierungshilfe für die vermeintliche Spenderin oben. In einem Folder wird der Alltag vieler Alleinerzieherinnen beschrieben: "Man rackert und rennt. Tagein, tagaus. Es gibt einfach keine Pause. Und ich weiß, dass es nicht reicht: Die Zeit für die Arbeit, die Zeit für die Kinder und das Geld."

"Könnte auch finanzielle Hilfe gebrauchen"

Mit etwas Grant und einem Schuss Galgenhumor teilte die Mutter gegenüber "Heute" mit: "Ja, die Beschreibung im Folder unterschreibe ich. Und grundsätzlich ist diese Aktion eine gute Idee. Nur ich arbeite Teilzeit und könnte auch finanzielle Hilfe gebrauchen. Ich habe eine 13-jährige Tochter mit zahlreichen Hobbys und einen Kindsvater, der sich nicht gerade mit großzügigen Alimentationszahlungen hervortut. Auch bei Skikursen oder Schulausflügen bin ich stets auf mich alleine gestellt."

Die 37-Jährige ist sich sicher: "Ich werde nicht die einzige Alleinerzieherin sein, die dieses Schreiben bekommen hat. Und ich will gar nicht klagen, anderen Müttern geht es sicher schlechter – ich komme immer durch, aber es ist eben ein Kampf – tagein, tagaus."

Das sagt die Erzdiözese

Wie das Presseteam der Erzdiözese Wien festhält, wurden die Daten für den Versand von der auf dem Schreiben angeführten Agentur ausgewählt. Aus datenschutzrechtlichen Gründen könne weder diese noch die Erzdiözese abgleichen, wie die konkrete Lebenssituation der Empfänger aussieht.

"Es tut uns leid, dass im Fall der 37-jährigen Alleinerzieherin der Spendenbrief unpassend war." Man habe die zuständigen Kollegen bereits informiert. Sollte die Dame Unterstützung benötigen, könne sie sich sehr gerne an die Kontaktstelle für Alleinerziehende der Erzdiözese Wien wenden.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 30.12.2024, 15:11, 27.12.2024, 19:02
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