Niederösterreich
80 Beamte, Hunde, Drohnen jagen nun Mordverdächtigen
Nach dem gewaltsamen einer 42-Jährigen jagt die Polizei mit Hunden und Drohnen den verdächtigen Drogenfahnder in einem Waldstück.
Großaufgebot der Exekutive in einem Waldstück bei Moosbrunn (Bezirk Bruck): Rund 80 Beamte (Bereitschaftseinheit, Einsatzeinheit und SIG (Schnelle Interventionsgruppe), mehrere Diensthundführer mit Suchhunden sowie zwei Drohnen suchen nach dem tatverdächtigen 44-jährigen Polizisten.
Chefinspektor Johann Baumschlager ist vor Ort: "Wir gehen, sofern der Mann noch am Leben ist, nicht von einer Gefahrenlage für die Bevölkerung aus. Die Suche gestaltet sich jedoch als äußerst schwierig." Denn: Das Gebiet ist weiträumig und dicht verwachsen.
Gemeinsames Haus
Wie berichtet war Mittwochabend das Fahrzeug des Kripobeamten in einem Windschutzgürtel bei Moosbrunn gefunden worden. Doch dann verliert sich die Spur des in Wien Dienst schiebenden Beamten.
Zuvor hatten Angehörige die leblose 42-jährige Lebensgefährtin im gemeinsamen Haus in Deutsch-Brodersdorf (Baden) gefunden. Das Paar war seit knapp zehn Jahren liiert und hatte das schmucke Haus gemeinsam gebaut.
Obduktion
Der 44-jährige Beamte, der einen erwachsenen Sohn hat, war zuletzt beim LKA Wien Süd, Gruppe Suchtgift, tätig. Früher war er bei der EGS (Einsatzgruppe gegen Straßenkriminalität) und er hatte sich erfolglos bei der WEGA beworben. Kollegen beschreiben ihn als sehr hilfsbereit im Dienst, aber privat als eher introvertiert. Der 44-Jährige war sportlich und soll zur Eifersucht geneigt haben.
Die Staatsanwalt Wr. Neustadt hat eine Obuktion der Leiche angefordert. Gesichert gilt vorerst: Die Frau wies keine Schuss- oder Stichverletzungen auf, dürfte durch Gewalt gegen den Hals gestorben sein. "Ob sie jetzt erwürgt, erdrosselt oder durch einen Genickbruch starb, wissen wir erst nach der Obduktion", so ein Ermittler. Womöglich hat sich der Verdächtige mit seiner Dienstwaffe im Wald selbst gerichtet.