Niederösterreich

50.000-€-Audi steht seit 7 Wochen kaputt in Werkstatt

"Solche Kabeln" hat ein 40-Jähriger aus NÖ: Sein Audi steht seit sieben Wochen in der Werkstatt. Grund: Eine Fehlermeldung der Software.
Isabella Nittner
21.06.2022, 13:34

Richtig sauer ist Markus S. (Anm. Name von der Redaktion geändert) aus dem Bezirk Mödling: Der 40-Jährige musste seinen geliebten Audi A3 Sport Quattro in eine Vertragswerkstätte stellen, um das vom Hersteller vorgeschriebene Software-Update des Motorsteuergerätes überspielen zu lassen.

Fehlermeldung kam nach Update

Eigentlich keine Hexerei, dachte der Mann aus dem Bezirk Mödling, doch damit hatte er sich getäuscht. "Als ich die Werkstatt Anfang Mai verlassen habe, kam nach einigen hundert Metern eine elektronische Fehlermeldung", erzählt er im "Heute"-Gespräch. Also stellte er seinen schmucken Wagen mit einem Listenpreis von über 50.000 Euro ab und rief den ÖAMTC zu Hilfe.

Vier Tage später wurde der Audi A3 des 40-Jährigen schließlich von der Werkstatt abgeholt und genau inspiziert. Seither sind sieben Wochen vergangen. Doch anstatt seinen sportlichen Flitzer, fährt der leitende Angestellte eines großen Automobilzulieferers einen Skoda Kamiq mit defektem, andauernd piepsendem Parksensor.

"Bin der Angeschmierte"

Der Grund: Nach sieben Wochen weiß der Autohersteller zwar, dass grundsätzlich das Software-Update das Problem ist, jedoch nicht, wie es behoben werden kann. Der Wagen kann also nicht gefahren werden. Laut Vertragswerkstätte suche man bereits intensiv nach einer Möglichkeit zur Behebung der Fehlermeldung.

Markus S. ist stinksauer: "In Anbetracht dessen, dass ich als Kunde dieses Update nicht gewünscht oder gefordert habe, sondern der Hersteller dies vorschreibt und da sonst auch die Garantie entfällt, finde ich es absolut skandalös, dass Audi zum einen kein Backup zur Wiederherstellung des Urzustandes abspeichert und ich zum anderen nicht weiß, wann ich mein Fahrzeug wieder bekomme."

Kosten laufen weiter

Die Kosten für das Leasing über satte 470 Euro im Monat sowie die Vollkasko-Versicherung über monatlich rund 200 Euro muss er freilich dennoch zahlen, obwohl er den Wagen nicht benützen kann. In Zeiten wie diesen mit genügend finanziellen Belastungen wie Strom- und Gas- sowie Spritpreisen doppelt bitter.

"Ich habe nach einem Beratungsgespräch in der Rechtsabteilung des ÖAMTC hierzu keinerlei Möglichkeit, von diesen Zahlungen abzusehen, da weder die Versicherung, noch die Bank Schuld an diesem Zustand hat. Bedeutet also: zahlen ja – nutzen nein. Für den genannten Zeitraum von knapp zwei Monaten wären dies bereits über 1.300 Euro", ärgert sich der 40-Jährige.

Gratis-Service als Entschuldigung

Seitens der Vertragswerkstätte wurde jetzt ein kostenloses Service als Kulanzlösung angeboten, um die Wogen zu glätten. Wie lange der Wagen noch in der Werkstatt bleiben muss, ist aber weiterhin unklar. 

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