Hitze im Auto kann zu Hautverbrennungen, Hitzeschlag oder gar zum Tod führen. Viele Leute unterschätzen, dass es schon nach wenigen Minuten extrem heiß werden kann. Ab 40 Grad Celsius ist es für Mensch und Tier gefährlich.
Sobald die Temperaturanzeige gegen 40 Grad steigt, erhöht sich das Unfallrisiko. Laut einer Erhebung nehmen Unfalle bereits ab 37 Grad um 33 Prozent zu. Hintergrund: Menschen reagieren bei Hitze ähnlich verzögert wie mit 0,5 Promille im Blut.
Hitzephasen setzen dem Auto stark zu. Vor allem der Motor ist schadenanfälliger, weil er weniger gut abkühlen kann. Deshalb ist es bei hohen Temperaturen wichtig, stärker als sonst Motor- und Öltemperatur im Auge zu behalten.
Wenn der Kühlmittelstand niedrig ist oder wenn die Kontrolllampe aufleuchtet, soll man laut Touring Club Schweiz (TCS) so schnell wie möglich anhalten und die Pannenhilfe kontaktieren. "Zwei zusätzliche Kilometer reichen oft schon aus, um einen Motorschaden zu provozieren, was zu hohen Kosten führen kann", sagt Sprecher Daniel Graf.
Selbst Temperaturen von über 40 Grad können normalen Autoreifen nichts anhaben. Aber: Je heißer es ist, desto stärker ist der Verschleiß. Wenn bei alten Reifen schon Risse da sind, kann die Struktur Schaden nehmen. Ein Zerfall beim Fahren wäre theoretisch denkbar.
Nur keine Panik: Benzin benötigt Zeit, um sich aufzuwärmen und auszudehnen. Wer also nach dem Tanken weiterfährt, hat auch mit bis zum Anschlag gefüllten Tank nichts zu befürchten. Nicht empfehlenswert ist es, bei hohen Temperaturen einen Tank bis zum letzten Tropfen aufzufüllen und das Auto stehen zu lassen.
Optimal und energiesparend ist: Vor dem Losfahren alle Scheiben öffnen und die heiße Luft rauslassen. Dann mit offenen Fenstern losfahren. Auf der Autobahn alle Fenster schließen und die Klimaanlage einschalten. Lüftung für ein paar Minuten auf Umluft stellen. So zirkuliert die gekühlte Luft und im Auto wird es schneller kühl.
Temperaturen zwischen einem weißen und einem schwarzen Auto unterscheiden sich nach einer Stunde Sonneneinstrahlung laut TCS um bis zu 20 Grad. Weil ein schwarzes Auto mehr Sonnenstrahlen absorbiert, heizt es sich stärker auf. Allerdings sind Größee, Winkel und Häufigkeit der Fenster entscheidender, denn durch die Fenster wird am meisten Hitze aufgenommen.
Der TCS hat bei Fahrzeugen, die ohne Sonnenschutzfolien eine Stunde in der Sonne standen, bis zu 77 Grad auf dem Armaturenbrett gemessen. Mit Sonnenschutzfolie war die Temperatur bis zu 40 Grad tiefer.
Leicht geöffnete Fensterscheiben verfehlen eine kühlende Wirkung. Im TCS-Test konnte im Zeitraum von 30 Minuten bloß eine Innenraumtemperatur-Differenz von 2 Grad Celsius gemessen werden. Komplett geöffnete Fensterscheiben tragen beim Fahren jedoch erheblich zur Kühlung des Innenraums bei. Allerdings steigt so auch das Risiko einer Sommererkältung (Durchzug).
Autoscheiben blocken UVB-Strahlen, also jene Strahlen, die Sonnenbrand verursachen können, zuverlässig ab. Andere Strahlen gehen jedoch durch das Verbundglas hindurch, zum Beispiel die gefährlichen UVA-Strahlen. (srt/20 Minuten)