Um ein mögliches Rauchverbot im Freien gehen seit Wochen die Wogen hoch: Die EU will es an öffentlichen Plätzen untersagen. So soll die Quote jener, die auf den Glimmstängel schwören, auf unter fünf Prozent gedrückt werden.
Noch-Minister Johannes Rauch (Grüne) will das Vorhaben in Österreich konsequent umsetzen. Und: Er möchte noch weiter gehen und auch ein Verbot auf Kinderspielplätzen. Man scheitere aber am Widerstand der ÖVP, so der Politiker.
Jetzt gibt es in der zweitgrößten Stadt Oberösterreichs auf Aufregung um das Thema: "Aus aktuellem Anlass" richtet sich die Politik der 65.000.-Einwohner-Gemeinde an Lokale und Gäste.
Sie hätten in den vergangenen Monaten Beschwerden über rauchende Gäste in einzelnen Lokalen erhalten, berichten die Vizebürgermeister Gerhard Kroiß (FPÖ) und Klaus Schinninger (SPÖ). Die Wirte erhalten jetzt "nochmals eine schriftliche Erinnerung" bezüglich der Einhaltung des Gesetzes.
Gleichzeitig werde die Polizei bei Übertretungen natürlich Anzeige erstatten, betonen die beiden Politiker. Sie machen darauf aufmerksam: Wer sich die Sucht loswerden will, erhält kompetente Beratung in der Abteilung für Lungenkrankheiten am Klinikum Wels-Grieskirchen.
„Es ist zumutbar, das Zigaretterl gesetzeskonform an der frischen Luft zu konsumieren.“Gerhard KroißVizebürgermeister (FPÖ)
"Als ehemaliger Raucher spreche ich aus Erfahrung: Es ist zumutbar, zwischendurch kurz das Lokal zu verlassen und das Zigaretterl gesetzeskonform an der frischen Luft zu konsumieren", sagt Sicherheitsreferent Kroiß.
Gesundheitsreferent Schinninger verweist auf die Statistik der Weltgesundheitsorganisation der UNO: Mehr als sieben Millionen Menschen sterben jedes Jahr weltweit an den Folgen des Rauchens – rund 14.000 davon in Österreich.