Viele Betriebe betroffen

"Wird zum Problem": Darum gehen jetzt Bäckereien pleite

Die Pleitewelle reißt nicht ab. Jetzt erklärt ein Experte die Gründe, warum derzeit vor allem Bäckereien von einer Insolvenz betroffen sind.
Johannes Rausch
09.02.2025, 22:04

Bei der Meldung mussten Brotliebhaber schlucken: Die bekannte Bio-Vollwert-Bäckerei Gradwohl gab kürzlich bekannt, dass sie fast alle Filialen zusperren muss. Das Unternehmen führt in Wien, Niederösterreich und Burgenland Geschäfte.13 von 17 Standorten werden bis Juni dichtgemacht, sechs davon alleine bis Ende März.

In einer Botschaft auf Facebook zeigten sich die Betreiber enttäuscht: Es sei "nur eine Frage der Zeit", wie lange Bäcker noch überleben könnten. Bereits 80 bis 85 Prozent des Geschäfts würden nämlich bereits von Supermärkten abgegraben.

Warum trifft gerade Bäckereien die Pleitewelle derzeit mit voller Wucht? Alexander Meinschad vom Kreditschutzverband (KSV) erklärt gegenüber "Heute": "Es handelt sich dabei um sehr energieintensive Betriebe, die die hohen Energie- und Rohstoffkosten deutlich zu spüren bekommen. Und das über einen mittlerweile recht langen Zeitraum."

Nicht nur Bäckereien betroffen

Wie Meinschad betont, betreffe das jedoch nicht nur Bäckereien, "sondern die gesamte Gastronomie und den Handel". "Außerdem ist zuletzt auch ein verändertes Kaufverhalten der Privatpersonen erkennbar, die vermehrt in Supermärkten konsumieren." Insofern würden die Backshops in den großen Supermarktketten "immer mehr zum Problem" für die Bäckereibetriebe.

„Außerdem ist zuletzt auch ein verändertes Kaufverhalten der Privatpersonen erkennbar, die vermehrt in Supermärkten einkaufen.“
Alexander MeinschadReferent Insolvenz beim KSV

Diese Branchen leiden

Laut Meinschad sind der Handel, die Bauwirtschaft und die Hotellerie bzw. Gastronomie in Österreich seit geraumer Zeit jene Branchen, die die meisten Insolvenzen verzeichnen. Im vergangenen Jahr waren sie für fast die Hälfte aller landesweiten Firmenpleiten verantwortlich.

"In Oberösterreich zeigt sich ein sehr ähnliches Bild, wo diese drei Sparten für die Hälfte aller rund 700 Unternehmensinsolvenzen im Vorjahr verantwortlich sind", so der Experte. Bittere Prognose: Der KSV erwartet, dass sich an dieser Entwicklung in den kommenden Monaten "kaum etwas" verändern wird.

{title && {title} } JR, {title && {title} } Akt. 10.02.2025, 09:13, 09.02.2025, 22:04
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