Ein Deutscher (27) befindet sich nach dem Waldbrand auf der Kanareninsel La Palma in U-Haft. Weil er gebrauchtes Toilettenpapier verbrannte, steht seit Mittwoch ein großes Waldgebiet in Flammen. Ihm wird grob fahrlässiges Handeln zur Last gelegt. Ein Forstarbeiter starb, 3000 Menschen mussten bereits evakuiert werden.
Der junge Aussteiger mit Rastazöpfen lebte scheinbar ohne festen Wohnsitz in einer Höhle in den Bergen auf La Palma. Er habe seine Notdurf nahe der Gemeinde El Paso erledigt und danach das benutzte Toilettenpapier verbrennen wollen, damit kein Müll zurück bleibt, gestand der Deutsche laut "teneriffa-news.com".
Am Samstag wurde er einem Haftrichter vorgeführt, der eine Verlängerung der U-Haft anordnete. Eine Aussicht auf Kaution gibt es nicht. Dem Deutschen wird "schwere Fahrlässigkeit" vorgeworfen, ihm drohen sechs bis zwölf Monate Gefängnis.
Auf dem trockenen Boden verbreiteten sich die Flammen in Windeseile. Das Feuer war auch am Sonntag noch außer Kontrolle, mehr als 4.000 Hektar Wald (La Palma ist 70.832 Hektar groß) wurden dem Erdboden gleich gemacht. 3.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen, ein Forstaufseher starb in den Flammen.
Permanent stehen 350 Feuerwehrleute und zwölf Lufteinheiten mit Helikoptern und Löschflugzeugen im Einsatz.