Nach dem Raketeneinschlag im Osten Polens mit zwei Toten gibt es Hinweise darauf, dass es sich bei dem Geschoss um eine Flugabwehrrakete aus der Ukraine handelt. "Absolut nichts deutet darauf hin, dass dies ein absichtlicher Angriff auf Polen war", sagt der polnische Präsident Andrzej Duda am Mittwoch vor Journalisten. Er spricht stattdessen von einem "unglücklichen Zwischenfall".
"Höchstwahrscheinlich war dies eine Rakete, die in der Raketenabwehr eingesetzt wird, das heißt, dass sie von den ukrainischen Verteidigungskräften eingesetzt wurde", so Duda.
In Kiew zeigt man sich wenig überzeugt von dieser These. Die Ukraine verlange "sofortigen Zugang" zum Explosionsort. Der Sekretär des ukrainischen Sicherheits- und Verteidigungsrats, Oleksij Danilow, erklärt auf Twitter, sein Land sei "bereit, den Beweis für die russische Spur zu übergeben". Er fordert "eine gemeinsame Untersuchung des Vorfalls".
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Der ehemalige russische Präsident Dmitri Medwedew hat hingegen angesichts des Vorfalls in Polen vor einem Weltkrieg gewarnt. "Die Sache beweist nur eines: Mit seinem hybriden Krieg gegen Russland bewegt sich der Westen auf den Weltkrieg zu", schreibt er auf Twitter.
Der Putin-Vertraute fällt seit Beginn der russischen Invasion immer wieder durch extreme Äußerungen auf – so verschwand in der Vergangenheit ein Post von seinem VKontakte-Profil, in dem es unter anderem hieß, dass alle einstigen UdSSR-Staaten bald wieder "in Freundschaft" zusammenleben würden.