"Ein großes Obi gespritzt" oder "eine Frucade gespritzt auf einen Halben" kommt Restaurant-Gäste seit einiger Zeit teuer zu stehen. Kaum noch wo bekommt man einen halben Liter antialkoholisches Getränk unter 5 Euro.
Das ist mehr als die meisten Wirte für beispielsweise ein Krügerl Bier verlangen. "Was gibt denn das für ein Bild ab?", fragte sich jetzt Markus B. (35, Name geändert) aus dem Bezirk Tulln, der kürzlich in einem Restaurant im Wienerwald für einen halben Liter Traubensaft gespritzt 5,50 Euro hinlegen musste. Das danach konsumierte Soda Zitron kostete den Beamten 4,40 Euro.
Günstiger als Trauben- wäre dem Niederösterreicher Gerstensaft gekommen. Für ein Krügerl Bier zahlt man im gleichen Lokal nämlich 5,20 Euro. "Österreich ist sowieso schon als Alkoholiker-Nation verschrien. Damit ist dann auch Hopfen und Malz verloren ...", meint der 35-Jährige.
"Heute" fragte nach. Und tatsächlich sind Säfte und Limonaden in der Gastronomie im Vergleich zum Bier teurer. Beim Haubenlokal "Floh" in Langenlebarn (Bezirk Tulln) löhnt man für ein Krügerl (also 0,5 Liter) Schremser 4,60 Euro, die (wohlgemerkt) selbstgemachten Limonaden gibt's um 3 Euro pro Viertel Liter – sprich 6 Euro für 0,5 Liter. Der Apfelsaft kommt auf 4,70 pro Viertel.
Beim "Figl" in St. Pölten ergibt sich ein ähnliches Bild. Während ein Krügerl Zipfer "nur" 4,80 Euro kostet, nimmt man für die "Halbe" Gösser bereits 5,20 Euro. Im Vergleich: Ein halber Liter Bio-Apfelsaft gespritzt kostet 6,20 Euro. Ein großes "Pago gespritzt" 5,50 Euro.