Kärntner fühlt sich gefrotzelt

Taxler krachte in Stein, muss 130 Euro Strafe zahlen

Dieser Urlaub endete böse: Ein Stein beschädigte das Auto eines Kärntners, dann kassierte die Polizei 130 Euro Strafe – für nichts!
Christoph Weichsler
28.02.2025, 06:13

Der Kärntner Taxilenker Ico K. ist ein erfahrener Kroatien-Reisender. Rund 30 Mal im Jahr fährt er ins Nachbarland, er kennt die Straßen und weiß, worauf man achten muss. Auch am 12. Februar schien alles nach Plan zu laufen. Gemeinsam mit seiner Frau war er unterwegs auf die Insel Pag, wo sie ein paar entspannte Tage verbringen wollten. Die Strecke ist ihm bestens bekannt: eine enge, kurvige Bundesstraße entlang der felsigen Küste.

Doch an diesem Tag herrschte starker Bora-Wind, die Böen fegten mit enormer Kraft über die Straße. Trotzdem hielt sich Ico laut seinen Angaben exakt an die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h. Doch kurz vor dem Ort Bunica lag plötzlich ein großer Stein auf der Straße – direkt hinter einer Kurve! "Zum Glück kam mir kein Auto entgegen, ich konnte gerade noch ausweichen", erzählt er "Heute". Doch dann, nur wenige Meter später, folgte der nächste Schockmoment.

Ölwanne aufgerissen – Auto kaputt

Etwa 100 Meter nach dem ersten Hindernis lag ein weiterer Stein auf der Fahrbahn. Diesmal hatte Ico keine Chance auszuweichen, denn ihm kamen zwei Autos entgegen. "Ich dachte mir, der Stein ist kleiner, vielleicht kann ich langsam drüberrollen, ohne dass etwas passiert", so der Kärntner. Doch es kam anders: Der Stein schlug hart gegen die Unterseite seines Autos – mit fatalen Folgen.

Innerhalb weniger Sekunden war klar: Die Ölwanne war aufgerissen, das Öl lief aus, der Wagen war nicht mehr fahrtüchtig. Ico schaffte es noch bis zur nächsten Pannenbucht, etwa 300 Meter weiter. Dort stellte er sein Fahrzeug ab, stellte ein Pannendreieck auf und alarmierte sofort die Polizei. "Ich dachte, die Straßenmeisterei muss die Steine entfernen und das ausgelaufene Öl binden, damit kein weiterer Unfall passiert", erzählt er. Doch statt Hilfe zu bekommen, nahm das Drama erst richtig Fahrt auf.

Polizei kommt – und kassiert sofort ab!

Etwa eine halbe Stunde nach seinem Notruf trafen sowohl die Straßenmeisterei als auch die Polizei ein. Ico rechnete damit, dass der Unfall aufgenommen wird und er vielleicht – wie in Österreich üblich – eine kleine Gebühr für das Protokoll zahlen müsse. Doch an eine Strafe dachte er nicht im Entferntesten. Schließlich hatte er sich an alle Vorschriften gehalten, war nicht zu schnell gefahren und konnte für die Steine auf der Straße nichts.

Doch die kroatischen Polizisten sahen das völlig anders. Noch bevor sie sich den Schaden am Auto ansahen, ließen sie ihn ins Röhrchen blasen. Das tat er bereitwillig – das Ergebnis: 0,00 Promille. Doch dann kam der Hammer: Ein Beamter händigte ihm einen Strafzettel aus. 130 Euro müsse er sofort mit Karte bezahlen, andernfalls würde die Strafe auf 260 Euro verdoppelt und ihm per Post zugestellt. Der Grund? "Unangepasste Geschwindigkeit an die Straßenverhältnisse."

130 Euro Strafe – für nichts?

Der Kärntner konnte es nicht fassen. "Ich bin genau 60 km/h gefahren, wie es vorgeschrieben ist! Es war ein stürmischer Tag, schneller hätte man überhaupt nicht fahren können", ärgert er sich im Gespräch mit "Heute". Doch die Beamten ließen nicht mit sich reden. Im Gegenteil: "Sie sagten mir sogar, ich solle froh sein – in anderen Fällen hätten sie schon das Dreifache an Strafe verhängt!"

Nach einer längeren Diskussion blieb Ico nichts anderes übrig, als zu zahlen. Sein Auto war zu diesem Zeitpunkt längst nicht mehr fahrbereit. Seine Versicherung schickte einen Pannendienst, der den Wagen zurück nach Klagenfurt brachte. Doch das Erlebnis ließ ihn nicht los – und am nächsten Tag stellte er mit eigenen Augen fest, dass die Behörden offenbar nicht viel Wert auf Sicherheit legen.

Straße weiterhin gefährlich – Warnung an Urlauber!

Da sein Auto in der Werkstatt war, nahm Ico den Wagen seines Sohnes und fuhr erneut nach Pag. Dabei kam er an der Unfallstelle vorbei – und was er dort sah, machte ihn sprachlos. "Die Straße war immer noch ölverschmiert, die Splitter des Steins lagen immer noch herum! Sie haben also nicht einmal das Öl richtig entfernt!"

Für ihn steht fest: "Ich will andere Urlauber warnen! Statt Hilfe zu bekommen, kann es passieren, dass man eine saftige Strafe aufgebrummt bekommt – selbst wenn man sich völlig korrekt verhalten hat!"

{title && {title} } CW, {title && {title} } 28.02.2025, 06:13
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