Der Kampf gegen Tabak und Nikotin wird intensiviert. Es ist bereits überall im Land Gesprächsthema: Die EU will weitere strikte Rauchverbote durchsetzen. Künftig sollen sogar Gastgärten von Lokalen rauchfrei bleiben – die Aufregung ist groß. Aber es geht noch weiter: Auch vor Bus- und Bim-Stationen, auf Liegewiesen in Freibädern, in Tiergärten und Freizeitparks wie dem Prater ist ein Tschick-Verbot angedacht. "Heute" hat mehrmals darüber berichtet.
Ganz aktuell: Am Donnerstag haben sich dazu die Gesundheitsminister der EU zu einem informellen Arbeitstreffen in Brüssel getroffen. Allerdings: Österreichs Johannes Rauch (Grüne) musste absagen. Über das Meeting wurden keine neuen Details bekannt.
Aus dem Ministerium heißt es zu "Heute": "Die Position Österreichs wird erst nach diesen Gesprächen fixiert. Grundsätzlich sind EU-weite Empfehlungen zu rauchfreien Umgebungen zu begrüßen."
Übrigens: All diese Regeln sollen nicht in einem neuen Gesetz münden, es sollen Richtlinien für die EU-Länder werden. Aus der Kommission: "Der allgemeine Grad der Abdeckung von Außenbereichen durch Rauchverbotsrichtlinien ist zu gering."
Was fix ist: Inkludiert bei den geplanten Richtlinien sind auch Vapes, Heets und Konsorten.
Das Gesundheitsministerium von Johannes Rauch setzt sich derzeit ein anderes Ziel im Kampf gegen den Nikotin-Konsum: "Aus Sicht des Gesundheitsministeriums ist aktuell die Regulierung von Nikotinpouches und ähnlichen neuen Tabak- und Nikotinprodukten der nächste wichtige Schritt für den Schutz von Nichtrauchern."
Gemeint sind mit "Pouches" die kleinen, bei Jüngeren äußerst beliebten, Beutel, die mit nikotinhaltigen Fasern (keine Tabakblätter) gefüllt sind und, die man sich unter die Lippe steckt. Sobald sie im Mund sind, spürt der Konsument einen "Kick" – das Nikotin löst es aus.
Bekannt sind diese Pouches als "Snus". Allerdings bezeichnet dieser Ausdruck eigentlich Produkte, die auch wirklich Tabakblätter beinhalten
Das Ministerium zu diesen Produkten: "Sie sind vor allem bei Jugendlichen weit verbreitet und sollen denselben Regeln wie Zigaretten unterliegen. Damit könnten sie erst ab 18 Jahren gekauft werden."
Fixer Teil des Plans: Werbung für diese Produkte und Sponsoring wären in so einem Fall ebenfalls verboten.
In Brüssel und auch in Wien werden also spürbare Verschärfungen geplant. Zumindest ein Teil davon wird wohl in einigen Monaten umgesetzt.