Zuletzt machte der alpine Skisport immer wieder mit schweren Verletzungen Schlagzeilen. Das löste eine Sicherheitsdiskussion im Ski-Weltcup aus. Die vieldiskutierte Carbonschiene steht am Pranger, einheitliche und langsamere Anzüge sollen kommen, den Sport sicherer machen.
Für Olympiasieger und Ex-Weltmeister Beat Feuz ist dies aber nur ein Teil der Wahrheit. Stattdessen prangerte der 37-Jährige das Programm bei der gerade laufenden Heim-Weltmeisterschaft in Saalbach an. "Bevor man eine Abschaffung der Carbon-Schoner fordert, sollten sich die Leute bei der FIS aufgrund des dicht gedrängten Speed-Programms die Frage stellen, ob die Athleten zwischen ihren Einsätzen genügend Regenerationszeit erhalten", meinte Feuz im "Blick".
Was der "Eidgenosse" meint: Bei den Männern steht am Freitag der Super-G auf dem Programm, am Sonntag wird die WM-Abfahrt gefahren und am Mittwoch steigt nach einem WM-Ruhetag und dem Damen-Bewerb am Dienstag die Premiere der neu eingeführten Team-Kombination. Hier bilden ein Speed-Läufer und ein Techniker eine Paarung, gefahren werden ein Speed- und ein Slalom-Durchgang. "Mit dieser Team-Kombination werden die meisten Speed-Spezialisten innerhalb von fünf Tagen drei Rennen bestreiten. In Kombination mit der Trainingsbelastung ist das schon sehr happig", so der 37-Jährige. Neben den Rennen werden am Zwölferkogel auch drei Trainings gefahren, das letzte davon am Samstag.
"Ich bin mir sicher, dass es große Diskussionen aufgrund dieses Programms geben wird, sollte es hier schwere Stürze geben", schob Feuz an.
FIS-Renndirektor Markus Waldner konnte mit der Feuz-Kritik aber wenig anfangen. "Keiner der Rennfahrer wird gezwungen, alle drei Abfahrtstrainings zu bestreiten. Und ich glaube, dass am Samstag einige Abfahrer eine Pause einlegen, weil sie auf das Abschlusstraining verzichten", so der Südtiroler. Zwischen der Abfahrt am Sonntag und der Team-Kombination sei ohnehin ein freier Tag. "Somit haben die Athleten meines Erachtens genügend Zeit für die Erholung", so Waldner.