Wenn der Hut brennt, ist Klaus Schmidt nicht weit. Der 54-jährige Trainer entwickelte sich zu einem "Fußball-Feuerwehrmann", ist im Schnitt "nur" 260 Tage oder 24,75 Spiele als Chefcoach im Amt. Mit seiner emotionalen Art rettete der Steirer im Vorjahr die Admira vor dem Abstieg, seit Dienstag setzt Hartberg auf seine Dienste.
Schmidt soll im unteren Play-off den Liga-Verbleib absichern. Mit einem Sieg gegen Schlusslicht Altach (Sa.) wäre Hartberg die ärgsten Sorgen los, acht Punkte voraus. "Heute" fragte beim Fachmann nach: Wie hart wird das Saison-Finale?
"Für Außenstehende ist es spannend, dank Punkteteilung ist viel Brisanz drin. Doch es ist eine Teufelsliga, der Druck ist enorm. Ich stehe dem Modus kritisch gegenüber, habe mich aber bewusst für einen Job bei einem dieser Vereine entschieden."
Favorit auf den Sieg in der so genannten Qualifikations-Gruppe, also Rang sieben, ist laut Schmidt nicht Spitzenreiter Ried, sonder der LASK. "Sie haben sicher den besten Kader, sind jetzt wieder stabiler geworden."
Zuletzt arbeitete Schmidt bei Sky als Experte. Für "Heute" schlüpft der Coach noch einmal in die Rolle des Insiders, durchleuchtet das Meister-Play-off.
"Man muss kein Weiser sein, um zu erkennen, dass der Abstand von Salzburg zum Rest der Liga noch einmal größer wurde. Auch wenn ihnen das 1:7 gegen die Bayern richtig weh tut, sie ein, zwei Wochen dran kiefeln werden. Um Platz zwei erwarte ich ein Gemetzel. Die Austria macht das gut, Rapid hat sich gefunden, auch Sturm ist sehr gut aufgestellt. Bei Wolfsberg wird man sehen, ob sie das Niveau bis zum Schluss durchziehen können. Die große Überraschung ist natürlich Klagenfurt. Die sind unbekümmert, haben eine Spielweise, mit der sie gegen die Großen punkten können. Allerdings fehlt ihnen die Tiefe im Kader."