Welt

Schlacht um Aleppo entschieden, Tausende flüchten

Rebellen in Ost-Aleppo haben sich nach eigenen Angaben mit dem syrischen Regime auf einen Abzug aus der Stadt geeinigt.
Heute Redaktion
14.09.2021, 13:04

Damit ist der Kampf um die Stadt entschieden. Rebellen und Tausende Zivilisten flüchten nun aus der Stadt. 

Rebellenvertretern zufolge habe man sich aufgrund der schrecklichen Lage für die Zivilisten im Osten der Stadt auf eine Evakuierung geeinigt. Tausende sind bei Tiefsttemperaturen unter dem Gefrierpunkt auf der Flucht. Die Einigung betreffe "die Evakuierung von Zivilisten und Kämpfern aus den belagerten Vierteln von Ost-Aleppo", wie Jasser al-Jussef von der Rebellengruppe Nurredin al-Sinki am Dienstag gegenüber der "AFP" sagte.

Massenflucht: Bürger fürchten Rache und Massaker

Am Abend vermeldeten die Russen, dass die Kämpfe in Ostaleppo beendet seien. Das syrische Militär habe seine Einsätze gestoppt. Die bewaffneten Aufständischen und ihre Familien sollen so die Stadt verlassen können, so der russische UN-Botschafter Witali Tschurkin am Dienstag in New York. Viele Zivilisten schlossen sich den Rebellen an. Sie fürchten Rache der Assad-Truppen. Die UNO sprach von einem "völligen Zusammenbuch der Menschlichkeit" und berichtete von Mord an der Zivilbevölkerung, auch an Frauen und Kindern, auf die Soldaten das Feuer eröffnet haben sollen. 

Laut russischem Verteidigungsministerium ergriffen innerhalb eines Tages 8.000 Menschen die Flucht. Der große Abzug Richtung der Provinz Idlib soll am Mittwoch in der Früh beginnen. Die Provinz wird nicht von Bashar al-Assad kontrolliert. Noch sollen 100.000 Menschen in Aleppo eingeschlossen sein. 

Ban Ki-Moon prangert UN-Versagen an

Mit der Situation in Aleppo beschäftigte sich am Abend auch eine Sondersitzung des UN-Sicherheitsrates. UNO-Generalsekretär Ban Ki-Moon fand scharfe Worte gegen die UN und für die bedrohten Zivilisten. "Wir alle haben die Menschen in Syrien bisher kollektiv hängenlassen", prangerte er an. "Der Sicherheitsrat hat seine Hauptaufgabe in Hinblick auf den Erhalt von internationalem Frieden und Sicherheit nicht erfüllt. Die Geschichte wird uns nicht leicht freisprechen, aber dieses Versagen zwingt uns, mehr zu tun, um den Menschen in Aleppo jetzt unsere Solidarität zu zeigen."

Jetzt E-Paper lesen