Tirol

Porno-Posse führte zu Mobbing bei der Feuerwehr

Ein Vorgesetzter verteilte Pornos im Intranet der Berufsfeuerwehr Innsbruck. Als ein Oberbrandmeister protestierte, machte ihn dies zur Zielscheibe.
Clemens Pilz
29.01.2023, 15:14
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Eine Mobbingklage gegen die Stadt Innsbruck, eingebracht bereits vor fünf Jahren, wird derzeit vor dem örtlichen Arbeitsgericht verhandelt: Gemeinderat Gerald Depaoli, einst Oberbrandmeister bei der Berufsfeuerwehr, erhebt schwere Vorwürfe gegen die Stadtführung und seine ehemaligen Kameraden.

Porno-Ordner löste Querelen aus

Konkret kreidet Depaoli der damaligen Feuerwehr-Führung und der Stadt als Dienstgeberin Mobbing an. Alles habe begonnen, als ein neuer Vorgesetzter einen Ordner mit Pornos ins Intranet gestellt und jedem Mitglied der Berufsfeuerwehr zugänglich gemacht habe. Einige Florianis hätten dies kritisiert, was zu Spannungen im Haus geführt habe. 

Es kam, auch laut den Aussagen von Zeugen, zur Bildung zweier Lager – pro- und contra-Porno. Die Unzufriedenen wählten Depaoli in die Personalvertretung und machten ihn dadurch endgültig zur Zielscheibe. Fortan, so bestätigte es auch ein Ex-Offizier vor dem Arbeitsgericht, wurde Depaoli besonders häufig für unbeliebte Tätigkeiten eingeteilt und musste etwa Lawinenwarntafeln auf der Nordkette aufstellen – gefährlich, anstrengend und langwierig – obwohl eigentlich andere Kameraden an der Reihe waren.

Ex-Offizier will eine Million

Nach zunehmenden internen Querelen wurde der Oberbrandmeister 2013 als Personalvertreter abgesetzt und musste für drei Monate mit einer Kehrmaschine die Straßen reinigen, berichtete die "Tiroler Tageszeitung". Nach seiner Rückkehr zur Feuerwehr fühlte sich Depaoli gemobbt, geriet ins Burnout und befand sich bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2014 im Krankenstand. Er ist nicht der einzige, der nun wegen Mobbingvorwürfen klagt. Auch ein 57-jähriger Ex-Offizier fordert wegen unzumutbarer Belastungen im Dienst eine Million Euro – darüber müssen nun die Gerichte entscheiden.

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