Tiefer Streit in Parkhaus

Millionärin (91) in Wien wegen Ohrfeige vor Gericht

Eine Auseinandersetzung zwischen zwei Frauen endete in Wien-Floridsdorf mit Leichtverletzten und schwerem Ärger. Beide Beteiligten wurden angeklagt.
Christian Tomsits
24.12.2024, 05:30

Unterirdischer Streit am Tatort Tiefgarage: Im Floridsdorfer Kaufhaus Citygate kam es zu wüsten Szenen zwischen einer 33-jährigen Wienerin und einer vermögenden Deutschen (91). Die gut betuchte Pensionistin soll die jüngere mit ihrem Auto beim Ausparken behindert haben. "Ich wollte rückwärts herausschieben, aber die vorbeifahrende Lenkerin bremste plötzlich ab, sodass es fast zu einem Kontakt gekommen wäre", so die 33-Jährige.

Anscheinend regte sich die reiche Dame fürchterlich über die Ausparkerin auf, fuchtelte fuchsteufelswild mit den Händen. Die entgegnete ihr empört durchs heruntergelassene Fenster, es sei besser, wenn sie sich in ihrem Alter nicht mehr hinters Steuer setzte – mehr brauchte es nicht: Ein wüstes Wortgefecht entbrannte. Auf dabei gefallene Ausdrücke wird an dieser Stelle verzichtet.

Nach Watschen kam es zum Stoß

Tatsächlich stieg die 91-Jährige dann wutentbrannt aus und trippelte zur Scheibe der Frau – und soll der 33-Jährigen eine heftige Ohrfeige verpasst haben, kratzte sie auch noch an der Hand. Daraufhin habe diese wiederum der 91-Jährigen einen Stoß versetzt, wodurch die kampflustige Seniorin unsanft zu Boden ging.

Die Millionärin rappelte sich auf und schlug laut Strafantrag gegen das Fahrzeug ihrer Gegnerin, bevor sie sich aus dem Staub machte. Herbeigerufene Polizisten konnten sie aufgrund der Personenbeschreibung (weiblich, 80-90 Jahre alt, klein und dünn) als Verdächtige ausforschen. Da die Seniorin jedoch die 33-Jährigen ebenso wegen Körperverletzung anzeigte, sahen sich schließlich beide Frauen am "heiteren" Bezirksgericht Floridsdorf wieder.

Star-Anwältin Astrid Wagner vertrat die Pensionistin erfolgreich – sie kam mit einem Freispruch davon.
Denise Auer

Dort wurde der Streit in salomonischer Manier endgültig beigelegt: 1.200 Euro Buße und eine Diversion für die 33-Jährige, Freispruch für die 91 Lebensjahre lang unbescholten gebliebene Frau, die von Star-Anwältin Astrid Wagner beherzt verteidigt wurde. Trotz Hämatome und argem Ärger verzichtete die Pensionistin auf Schmerzengeld – wohl auch, weil sie es finanziell nicht nötig haben dürfte. "Ich will mit der Sache nichts mehr zu tun haben", meinte sie nur mürrisch.

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