Das Anwesen ist riesig, die Lage spektakulär, die Kunst einzigartig. Die Villa Aurora mit ihrem 2.800 Quadratmeter großen Areal blickt auf die Altstadt Roms herab. Sie beherbergt unter anderem das einzige bekannte Deckengemälde des Frühbarock-Künstlers Caravaggio "Jupiter, Neptun und Pluto" und befindet sich seit ihrer Erbauung im 16. Jahrhundert im Familienbesitz.
Geschätzt wird der Wert des Anwesens auf 471 Millionen Euro. Unter dem Hammer kam die Villa diese Woche mit einem Startgebot von 353 Millionen, wegen eines Erbstreits zwischen der römisch-texanischen Prinzessin Rita Carpenter Boncompagni Ludovisi und den Söhnen ihres verstorbenen Mannes Nicolò Boncompagni Ludovisi aus erster Ehe. Doch niemand will das Anwesen haben.
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Die Auktion wird am 18. Januar starten.
Ministero della Giustizia
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Wer am Ende das Haus sein Eigen nennen wird, wird schätzungsweise weitere elf Millionen Euro für die Restaurierung aufwenden müssen.
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Auf den ersten Blick wirft einem das Innere der Villa Aurora nicht gerade vom Hocker.
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Die Mauern wirken karg und renovierungsbedürftig.
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Doch in ein paar Räumen warten einzigartige Kunstwerke auf den neuen Besitzer.
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So befindet sich im Alchemielabor des Gebäudes das einzige Deckengemälde, das Caravaggio je erschaffen hat.
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In "Jupiter, Neptun und Pluto" soll der Künstler sogar sein eigenes Gesicht verewigt haben.
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Ein Fresko, das den Preis der Villa in die Höhe treibt.
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Zuletzt lebte Prinzessin Rita Boncompagni Ludovisi in dem Gebäude mit sechs Stockwerken.
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In einem weiteren Raum ziert Guercinos "Aurora" die Decke.
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Daher kommt auch der Name der Villa.
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Und noch viel mehr Kunst beherbergen die alten Mauern.
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Darunter auch Statuen aus dem Jahr 500 v. Chr.
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Auf dem 2.800 Quadratmeter großem Gelände befinden sich Dutzende antiker Porträtbüsten, lebensgroße Statuen, Reliefskulpturen und wichtige Inschriften aus der Römerzeit.
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"Als ich das erste Mal die Villa Aurora betrat, habe ich mich einfach in sie verliebt", erzählte die Prinzessin gegenüber "The National".
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Der Garten rund um die altehrwürdigen Mauern sei magisch, dort finde man das
Doce Vita, das man in Rom so vergebens suche. "Man hört keinen Verkehr."
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Rita Jenrette wurde in Texas geboren und war als Model sowie Schauspielerin tätig und wurde auch für den "Playboy" abgelichtet. 2009 heiratete sie Nicolò Boncompagni Ludovisi, Prinz von Piombino.
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Er starb jedoch im Jahr 2018.
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Mit einem Eröffnungsgebot von 471 Millionen Euro sollte die Villa Aurora zum teuersten Haus der Welt werden. Doch daraus wurde nichts.
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Sie liegt nur einen Steinwurf von der Spanischen Treppe und den Borghese-Gärten entfernt.
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Es entbrannte ein bitterer Erbschaftsstreit mit seinen Söhnen aus der ersten Ehe.
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Erbaut wurde das ehemalige Jagdschloss im 16. Jahrhundert von Kardinal Francesco Maria Bourbon Del Monte.
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Damals war es Teil eines Landsitzes.
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Der nun anstehende Verkauf erfolgt nach einem langwierigen Erbstreit infolge des Todes des Eigentümers Prinz Nicolò Boncompagni Ludovisi 2018.
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Die Auktion wird am 18. Januar starten.
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Wer am Ende das Haus sein Eigen nennen wird, wird schätzungsweise weitere elf Millionen Euro für die Restaurierung aufwenden müssen.
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Auf den ersten Blick wirft einem das Innere der Villa Aurora nicht gerade vom Hocker.
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Die Mauern wirken karg und renovierungsbedürftig.
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Dolce Vita ohne Verkehrslärm
Dabei pries die Prinzessin aus Amerika die Villa noch in den höchsten Tönen an: "Als ich das erste Mal die Villa Aurora betrat, habe ich mich einfach in sie verliebt", erzählte sie gegenüber "The National". Der Garten rund um die altehrwürdigen Mauern sei magisch, dort finde man das Dolce Vita, das man in Rom so vergebens suche. "Man hört keinen Verkehr."
Noch mehr schwärmt die heute 72-Jährige jedoch über den Ausblick von der Terrasse aus: "Hier kann man die ganze Schönheit Roms sehen, seine Denkmäler und Hügel. Das Pantheon, die Spanische Treppe … Das ist der schönste Panoramablick auf die Hauptstadt."
Ein baufälliges Gebäude
Sie war es wohl auch, die nach ihrer Hochzeit mit Fürst Nicolo Boncompagni Ludovisi, dafür sorgte, dass das Casino dell’Aurora nicht zerbröckelt ist, schreibt die "NZZ". Als die dritte Frau des Fürsten in die Villa einzog, habe es durch das Dach geregnet, einige Fresken seien deswegen zu Schaden gekommen. Der italienische Staat habe sich an der Renovation beteiligt.
Wer ist eigentlich Prinzessin Rita Boncompagni Ludovisi?
Rita Jenrette wurde in Texas geboren und war als Model sowie Schauspielerin tätig und wurde auch für den "Playboy" abgelichtet. 2009 heiratete sie Nicolò Boncompagni Ludovisi, Prinz von Piombino.
Eine reine Kunstsammlung
Die Villa Aurora mit ihren sechs Stockwerken war Teil eines Landsitzes, der im 16. Jahrhundert von Kardinal Francesco Maria Bourbon Del Monte erbaut. Als Kunstsammler und Förderer junger, italienischer Künstler, durfte Caravaggio 1597 die Decke des Alchemielabors gestalten. Der Maler des Frühbarockswurde vor allem wegen der starken Hell-Dunkel-Kontraste in seinen Gemälden berühmt, wodurch die Figuren und Szenen fast schon unheimlich realistisch wirkten.
Nicht nur der Preis spricht gegen die Villa
Neben dem unglaublich unverschämten Preis hat die Villa noch einen weiteren Haken: Sobald bei der Auktion ein Gebot angenommen wird, hat der italienische Staat die Möglichkeit, das Anwesen zum selben Preis zu kaufen, weil es unter dem Schutz des Kulturministeriums steht.
Und es kommt noch dicker: Wer am Ende das Haus sein Eigen nennen wird, wird schätzungsweise weitere elf Millionen Euro für die Restaurierung aufwenden müssen. Wobei, dieses Sümmchen sollte nach einer halben Milliarde Euro ein Klacks sein.