Steuerzahler sollen blechen

Neuer Skandal: Finanzloch von 1,5 Millionen € enthüllt

Oberösterreich kommt nicht zur Ruhe. Nun gibt es in der Affäre um die Linzer Veranstaltungsgesellschaft den nächsten Knalleffekt.
Oberösterreich Heute
28.02.2025, 14:28

Ist das ein Fass ohne Boden? In der Affäre um die Linzer Veranstaltungsgesellschaft (LIVA) kommt nun der nächste Skandal ans Licht. Der neue Aufsichtsratsvorsitzende Meinhard Lukas (früher Rektor der Uni Linz) hat am Freitag Alarm geschlagen. Er hat das Ruder bei der stadteigenen Eventgesellschaft übernommen und in den vergangenen Wochen die Bilanzen durchforstet. Das Ergebnis ist für die Steuerzahler der nächste Schlag ins Gesicht. Es fehlen demnach 1,7 Millionen Euro. Damit dieses Finanzloch gestopft werden kann, soll die Stadt Linz (und damit alle Steuerzahler) 1,5 Millionen Euro blechen.

Extrem viele Überstunden

Begründet wird das Loch in den Finanzen mit Kostenüberschreitungen bei der Klangwolke, einem hohen Beratungsaufwand und vor allem explodierenden Personalkosten. Offenbar hat niemand kontrolliert, wieviele Überstunden die 130 LIVA-Beschäftigten so leisten (müssen). Ergebnis ist, dass die Belegschaft mit Stichtag 31. März 2023 schon 18.000 Überstunden angehäuft hat.

Aufklärung gefordert

"Diese Neuigkeiten sind alles anderes als erfreulich. Für mich ist aber klar, dass wir die LIVA unterstützen müssen und nicht zulassen können, dass der Fortbestand des Unternehmens gefährdet ist. Es muss jetzt aber kritisch hinterfragt werden, wie es zu dieser finanziellen Misere kommen konnte. Hier braucht es auch in den städtischen Gremien volle Transparenz, insbesondere was hinter den heute veröffentlichten Kostenpositionen steckt", betonte in einer Reaktion die Gemeinderätin Ursula Roschger, Kontrollsprecherin der Grünen Linz. Die LIVA müsse so rasch wie möglich auf gesunde Beine gestellt werden.

ÖVP droht mit Blockade

Die ÖVP tobt. "Es ist mir völlig schleierhaft, wie so etwas passieren kann. Das Vertrauen wird weiter massiv erschüttert", kritisiert ÖVP-Klubobfrau Michaela Sommer. Für den fetten 1,5-Millionen-Euro-Zuschuss brauche es einen Beschluss im Gemeinderat. "Eine Zustimmung wird es vonseiten der ÖVP aber nur geben, wenn man sich endlich zu einer völligen Transparenz entschließt und alle Fakten auf den Tisch kommen. Das betrifft vor allem auch die Beratungs- und Rechtsanwaltskosten. Man muss sich ja tatsächlich die Frage stellen, wie viele Leichen eigentlich noch im Brucknerhauskeller liegen", so Sommer abschließend.

Die LIVA ist seit Monaten nicht mehr aus den Schlagzeilen gekommen. Im Zuge der Affäre musste Brucknerhaus-Chef Dietmar Kerschbaum seinen Hut nehmen. Er will sich das nicht gefallen lassen und zieht vor Gericht, kürzlich fand ein erster Termin statt. Und im Sommer stolperte dann Stadtchef Klaus Luger (SPÖ) über die Affäre, als bekannt wurde, dass er in der Causa Kerschbaum gelogen hatte. Luger musste gehen, Neuwahlen waren die Folge, nun ist Dietmar Prammer (SPÖ) ins Rathaus eingezogen. Er fordert ebenfalls eine Reformierung der LIVA.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 28.02.2025, 16:39, 28.02.2025, 14:28
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