Der Faschingsumzug in Villach am 1. März wurde bereits abgesagt. Nach dem Terroranschlag, bei dem ein 23-jähriger Syrer einen 14-Jährigen getötet hat und fünf weitere Menschen teilweise lebensbedrohlich verletzt wurden, wurde nun auch die TV-Ausstrahlung abgesagt. Die Villacher Faschingsgilde und der ORF haben gemeinsam beschlossen, unter den Umständen keinen Fasching feiern zu wollen.
Die Faschingssitzungen diese Woche und damit die Fernseh-Aufzeichnung für die Ausstrahlung am Faschingsdienstag, dem 4. März, entfallen. Am Montag hatte man noch versucht, eine Lösung zu finden, um den TV-Quotenhit in abgespeckter Form stattfinden zu lassen. Zuerst hatte man nur die begleitenden Tanz-Veranstaltungen und Empfänge abgesagt. Doch nun ist eine klare Entscheidung gegen das große TV-Event gefallen.
Der Faschingsumzug wurde bereits einmal 2021 aufgrund der Pandemie abgesagt. Ein Jahr später entschied der ORF wegen des Ukraine-Kriegs, die Übertragung des Villacher Faschings ausfallen zu lassen. Heuer ist es nun das zweite Mal.
Die Villacher Faschingsgilde fand klare Worte, warum es nach dem Anschlag unmöglich ist, fröhlich und unbeschwert Fasching zu feiern. "Der Umzug würde direkt an der Stelle vorbeiführen, an der es zur Tragödie gekommen ist. Das halten wir für nicht angemessen", so Gilden-Kanzler Karl Glanznig.
Der Villacher Bürgermeister Günther Abel unterstützt die Absage, betont aber: "Man darf den Menschen aber nicht grundsätzlich jede Möglichkeit nehmen, sich trotz der tragischen Ereignisse mit Freund:innen zu treffen und zu versuchen, ein Stück Normalität zurückzuerlangen."