Das Fehlen eines Kassen-MRT-Gerätes im Bezirk Mistelbach ist seit Jahren ein großes Thema in der Region. Wer hier eine Untersuchung benötigt, muss in der Regel nach Gänserndorf, Stockerau oder gar Wien fahren - oder bei einem privaten Gerät tief in die Tasche greifen, kritisieren die beiden SP-Mandatare, Nationalratsabgeordnete Melanie Erasim (Bezirk Mistelbach) und Landtagsabgeordneter René Zonschits (Bezirk Gänserndorf).
Auch wenn im Dezember 2022 das MRT-Gerät im Landesklinikum Mistelbach für Nicht-Krankenhauspatienten „geöffnet“ wurde, steht es doch nur für sehr wenige Untersuchungen im Monat zur Verfügung. „Aber auch 10 Untersuchungen sind besser als nichts“, sagt Zonschits und begrüßt das nunmehrige Bekenntnis des Landes, mit den zuständigen Stellen in Verhandlung zu treten, das bisher privat geführte Mistelbacher MRT offiziell im Großgeräteplan als allgemeine medizinische Einrichtung festzulegen, mit einem Kassenvertrag zu versehen, und damit einer breiten Patientengruppe zu öffnen.
Doch die Sache habe einen für die Mistelbacher Patienten großen Haken: Die Übergangsvereinbarung mit dem Krankenhaus, wenigstens einige Patienten zu „durchleuchten“, läuft Ende Juni aus. Die Verhandlungen über einen Kassenvertrag für das Privat-MRT dürften aber wesentlich länger dauern.
„Daher haben wir im Landtag den Antrag gestellt, die Übergangslösung mit dem Krankenhaus bis zum Abschluss eines neuen Kassenvertrages mit dem Privat-MRT zu verlängern“, sagt Zonschits. Doch dies sei von der ÖVP-FPÖ-Mehrheit abgelehnt worden.
"Somit dürfen all jene Bürger*innen, die bisher in den Genuss einer Behandlung im Krankenhaus Mistelbach gekommen waren, ab Juli vorerst wieder die ,MRT-Weltreise' nach Gänserndorf, Stockerau oder Wien antreten“, kann Zonschits nur den Kopf schütteln.
Auch Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig setzt sich seit Jahren für ein eigenes MRT-Gerät im Bezirk Mistelbach ein. Sie fordert die ÖGK auf, "nun endlich Gas zu geben und dieses Anliegen rasch zu einem positiven Abschluss zu führen", heißt es in einer Aussendung der SPÖ. „Es ist für die Menschen im Bezirk Mistelbach unzumutbar, für jede MRT- und CT-Untersuchung eine stundenlange Autofahrt oder hohe Wahlarztkosten (Anm.: für das derzeit noch privat geführte Gerät in Mistelbach) in Kauf zu nehmen, während es gute Möglichkeiten gibt, dieses medizinische Angebot nachhaltig zu verbessern“, so Königsberger-Ludwig.
"Heute" konfrontierte die ÖGK mit der Problematik. In einer Stellungnahme heißt es: "Grundsätzlich ist zu sagen, dass der Großgeräteplan (GGP) und damit auch die Planung der MRTs Bestandteil des ÖSG (Österreichischer Strukturplan Gesundheit) ist und das zentrale Planungsinstrument für eine effiziente und bedarfsgerechte Versorgung. Er basiert auf dem Bundesgesetz zur Zielsteuerung Gesundheit und auf der von Bund und Ländern getroffenen 15a-Vereinbarung über die Organisation und Finanzierung des Gesundheitswesens. Änderungen im Großgeräteplan erfordern die Zustimmung von Bund, Ländern und Sozialversicherung."
Und weiter: "Nach dem derzeit gültigen Großgeräteplan sind für die Versorgungsregion Weinviertel 4 MRT im Plan vorgesehen. 2 intramurale Geräte (LK Mistelbach und LK Korneuburg) und 2 extramurale (Gänserndorf und Stockerau). Darüber hinaus wird derzeit eine Kooperation für das intramurale MRT im LK Mistelbach pilotiert. Somit sind die Planungsrichtwerte und der derzeit gültige Großgeräteplan erfüllt."
Die Kooperation mit dem Krankenhaus bzw. der LGA läuft noch bis Juni. Dann werde evaluiert: "Es finden aber derzeit laufend Gespräche hinsichtlich der MR-Versorgung in der Region Mistelbach statt. An einer Lösung ab Juli 2023 wird intensiv gearbeitet. Wir möchten aber nochmals betonen, dass eine Änderung im Großgeräteplan die Zustimmung aller drei – Bund, Land und Sozialversicherung – Bedarf."
Seitens der VPNÖ heißt es auf Anfrage: „Erst in der letzten Landtagssitzung ist ein Antrag der Volkspartei NÖ, der den Bund zum Handeln auffordert, einstimmig angenommen worden. Zudem befinden sich die österreichische Gesundheitskassa und die Landesgesundheitsagentur in entsprechenden Gesprächen. Die SPÖ würde gut daran tun, ihren eigenen Beschlüssen Taten folgen zu lassen – auf allen Ebenen für Verbesserungen einzutreten. Daran könnte auch die in Gesundheitsfragen mitverantwortliche Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig mitwirken. Aussendungen, die sinnlos hetzen, sind kontraproduktiv“, so Gesundheitssprecher und Landtagsabgeordneter Franz Dinhobl.