Über 200.000 Anzeigen

Morde, Vergewaltigungen – deutlich mehr Delikte in Wien

Die polizeiliche Anzeigenstatistik Wien liefert nun neue Details. Die Anzeigen sind deutlich angestiegen, vor allem im Bereich der Gewaltkriminalität.
Heute Politik
15.04.2025, 08:45
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Fast 200.000 Anzeigen gab es 2024 in der Bundeshauptstadt Wien, wie nun die polizeiliche Anzeigenstatistik aufzeigte. Im Vergleich zum Vorjahr konnte damit eine Zunahme von 4,6 Prozent verzeichnet werden.

Bei der Aufklärung gab es indessen eine leichte Abnahme – während im Vorjahr noch 44,3 Prozent der Anzeigen aufgeklärt werden konnten, waren es 2024 43,4 Prozent. Argumentiert wird der Wert damit, dass sich die Gesamtzahl der Anzeigen erhöhte, immerhin liegt die Polizei in absoluten Zahlen (84.696 geklärten Delikte) deutlich über dem Wert von 2023.

Die Gesamtzahl ermittelter Tatverdächtiger ist gegenüber 2023 von 98.878 auf 98.996 gestiegen, was einen Höchststand seit zumindest 2 Jahrzehnten bedeutet. Der Anteil der Fremden bei den Tatverdächtigen beträgt 57,1 Prozent (im Vorjahr 55,3 Prozent). Dieser Anteil ist seit dem Jahr 2015 von 49,1 Prozent kontinuierlich auf 57,1 Prozent angestiegen.

Einbrüche in Autos deutlich gestiegen

Der größte Anteil der Delikte fällt zudem in den Bereich der Eigentumskriminalität – 2024 wurde ein Anstieg von 4,7 Prozent auf 131.101 Vergehen verzeichnet. In Wien konnte dabei, wie auch insgesamt in Österreich, ein "starker Anstieg" bei Einbruchdiebstählen in Autos erkannt werden – von 2.182 auf 4.909 Delikte. Bei Wohnungen und Wohnhäuser ist der Wert stattdessen gesunken. Die Fälle von "Sozialleistungsbetrug" erhöhten sich in der Bundeshauptstadt von 2.234 auf 2.626 (+ 17,5 Prozent).

Mehr Gewalt in Wien

In Wien kam es im vergangenen Jahr auch zu deutlich mehreren Anzeigen aufgrund von Gewaltkriminalität – 31.006 Fälle (+ 5,02 Prozent). Ein Anstieg konnte dabei sowohl bei Körperverletzungen (16.268 Fälle; + 4,5 Prozent), als auch bei Vergewaltigung (519 Fälle; 10,9 Prozent) erkannt werden.

Im Jahr 2024 wurden in Wien 26 vollendete Morde verübt, 2023 waren es noch 19. Alle Morde in der Bundeshauptstadt, sowohl 2023 als auch 2024 konnten dabei aufgeklärt werden.

Jugendkriminalität steigt

Beim Sorgenkind Jugendkriminalität ist in Wien die Zahl der ermittelten Tatverdächtigen unter 18 Jahren seit 15 Jahren "sehr stark angestiegen". Während 2010 noch 8.360 Tatverdächtige registriert wurden, waren es im Jahre 2024 schon 14.804. Auch in der Altersgruppe der 14- bis 18-Jährigen wurde ein Anstieg von 6.737 auf 9.522 Tatverdächtige verzeichnet.

Im Bereich der Jugendkriminalität ist jedoch zu beachten, dass eine kleine Gruppe von Intensivtätern, die großteils unmündig – also unter 14 Jahren alt sind – für mehr als 30 Prozent der Geschäfts- und Pkw-Einbrüche in Wien durch Jugendliche verantwortlich sind.

Maßnahmen der Polizei

Aufgrund des starken Anstieges der Jugendkriminalität in den letzten Jahren, speziell bei den 10- bis 14-Jährigen wurde bereits im Jahre 2024 die Präventionsarbeit mit dem entsprechenden Personenkreis intensiviert. Im Jahre 2024 wurde in Wien eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe "Kinder- und Jugendkriminalität" eingerichtet, in der neben der Polizei, einigen Abteilungen des Magistrates der Stadt Wien, dem Landesgericht Wien, auch mehrere Vereine und NGOs mitarbeiten.

Obwohl die Deliktzahlen im Bereich der Internetkriminalität erstmals zurückgehen, wird diesem Deliktfeld weiterhin verstärkte Aufmerksamkeit geschenkt. Angestrebt wird die weitere Erhöhung der Anzahl der IT-Ermittler und deren Aus- und Fortbildungen bei der Bekämpfung von Cybercrime, sowie eine Verstärkung der Präventionsarbeit, teilte die Landespolizeidirektion (LPD) Wien in einer Aussendung mit.

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