Neben Kindern sind Jugendliche und junge Erwachsene die großen VerliererInnen der Krise. Studien belegen die explodierenden Zahlen der psychischen Belastungen, ausgelöst durch Kontaktbeschränkungen und fehlende soziale Kontakte. Jugendarbeit ist ein wichtiges Werkzeug gegen die fortschreitende psychische Belastung für junge Menschen während der Pandemie.
Dass in der letzten Gesetzesnovelle aber die offene und niederschwellige Jugendarbeit und ihre Bedürfnisse außer Acht gelassen wurde, stößt dem St. Pöltner Bürgermeister Matthias Stadler sauer auf. Berücksichtig wurde nur jene in Verbänden. „Nach Gesprächen mit dem Leiter unseres städtischen Jugendzentrums Steppenwolf und zahlreichen St. Pöltner Jugendlichen habe ich mich umgehend an den zuständigen Minister Rudolf Anschober gewandt, mit der dringenden Bitte, die Gesetze betreffend die Offene Jugendarbeit an die Bedürfnisse der Jugendlichen anzupassen“, sagt er.
Die aktuellen Probleme der Jugendarbeit erklärt Steppenwolf-Leiter Michael Hogl: „Die offene und niederschwellige Jugendarbeit und ihre Bedürfnisse werden leider außer Acht gelassen. Für den Eintritt in Jugendzentren wird ein negatives Testergebnis verlangt. Ein ‚Nasenbohrer Test‘ ist nicht zugelassen. Die strikte Gruppenteilung von unter und über 18-Jährigen führt in der Praxis oft zu Unverständnis und Frustration, da viele unter anderem dieselbe Schulstufe besuchen, nachmittags dann aber plötzlich andere Regeln gelten. Daher weichen Jugendliche und junge Erwachsene oft auf andere Orte aus und werden so kriminalisiert."
Gerade ein Jugendzentrum könne einen Raum schaffen, der einerseits den sozialen Bedürfnissen der Jugendlichen gerecht wird und andererseits die notwendigen hygienischen Standards erfüllen kann, um einen größtmöglichen Infektionsschutz zu gewährleisten: „Die Ausarbeitung eines neuen Testkonzepts, das offene und niederschwellige Jugendarbeit im außerschulischen Kontext zulässt, ist dringend erforderlich. Anzudenken wäre zum Beispiel die Zulassung der ‚Nasenbohrer Tests‘ unter Aufsicht der BetreuerInnen“, so der Bürgermeister.