Steiermark

Klima-Kleber legen Verkehr in Graz lahm

Am Donnerstag klebten sich Aktivisten der "Letzten Generation" in Graz auf die Straße. Auch die Polizei blockierte.
Leo Stempfl
03.08.2023, 08:24
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Nach kurzer Pause klebten sich Aktivisten der "Letzten Generation" am Donnerstag wieder fest, diesmal im Bereich Glacisstraße/Elisabethstraße in der steirischen Landeshauptstadt Graz. Über Angriffe auf die Protestierenden ist derzeit nichts bekannt. Allerdings verstellte die Polizei bei ihrer Zufahrt offenbar einen Fahrradweg.

Gefordert wird einmal mehr, dass inmitten der auch in Österreich ausufernden Klimakatastrophe endlich auf den Klimarat der Bürger gehört wird, dessen 93 Empfehlungen seit mehr als einem Jahr auf dem Tisch liegen.

Aktivist ist Protest unangenehm

Einer der Klebenden ist Manuel (19), er beginnt im Herbst sein Studium. "Ich leiste heute friedlich Widerstand, weil es jetzt endlich eine Antwort braucht. Eine politische Antwort auf die eindringlichen Warnungen und Klimaprognosen der Wissenschaft, etwa aus dem Weltklimarat. Eine Antwort auf die in ihrer Häufigkeit und Schwere zunehmenden Unwetterkatastrophen, Dürreperioden, Waldbrände und Ernteausfälle. Und damit meine ich keine weiteren leeren Versprechen, sondern Taten und Handlungen, die zusichern, dass unsere Politiker:innen als Volksvertreter:innen ihrer Verantwortung nachkommen, unsere Lebensgrundlagen zu erhalten. Vorschläge für Maßnahmen, die alle mittragen können? Hört auf den Klimarat, der fast alle seine Forderungen einstimmig beschließen konnte!"

Für Koso (25), Sozialpädagoge, ist es heute der erste Straßenprotest mit der Letzten Generation. Sich anderen in den Weg zu stellen, ist ihm sichtlich unangenehm: "Ich will das eigentlich nicht tun müssen. Ich will niemanden stören und mich an die Gesetze halten. Aber was bleibt mir in der Situation, in der wir uns befinden, anderes übrig? Unsere Regierungen versprechen, die Umwelt zu erhalten und Politik auch für kommende Generationen zu machen, ignorieren dabei aber in der Klimakrise selbst die einfachsten Lösungsansätze. Wissenschaft ernst zu nehmen bedeutet, das Ausmaß der Krise, in der wir uns befinden, in vollem Umfang zu akzeptieren – und nicht auf die Menschen loszugehen, die die unangenehme Botschaft überbringen. Es ist Zeit, dass wir gemeinsam aufstehen und unsere Politiker:innen zur Verantwortung ziehen, statt uns der Hoffnungslosigkeit hinzugeben. Wir alle sind die letzte Generation, die noch etwas ändern kann!"

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