Dieses Schicksal bewegt viele in Österreich. Seit gestern ist klar: Tal Shoham (39), die österreichische Geisel, die vor mehr als 500 Tagen von Hamas-Terroristen nach Gaza verschleppt wurde, kommt frei. Laut Plan kommenden Samstag. Dann endlich können seine zwei Kinder ihn endlich wieder in den Arm nehmen.
Tochter Yahel (3) und Sohn Naveh (8) zitterten lange um ihren Vater. Es gab überhaupt keine Informationen über seinen Gesundheitszustand. Man wusste nicht einmal, ob Tal noch am Leben ist.
Die Kinder stellten der Mutter Adi immer wieder zwei Fragen: "Mama, wann kommt Papa endlich nach Hause?", aber auch "werden wir alle sterben?"
Jetzt kann Adi ihren Kindern wenigstes auf eine Frage eine Antwort geben. Endlich hat auch die israelische Regierung bestätigt, dass am Samstag sechs lebende Männer von den Hamas-Terroristen freigelassen werden. Auf der Liste steht der Name Tal Shoham.
Er ist eines von Tausenden Opfern des Anschlags. Am 7. Oktober 2023 drangen die Hamas-Terroristen in Israel ein und verübten den größten Angriff auf Juden seit dem Holocaust.
Die Hamas-Schlächter griffen unter anderem das Nova Festival an. Auf dem völlig unpolitischen Musik-Event massakrierten die palästinensischen Terroristen 364 junge Menschen,40 nahmen sie als Geiseln mit nach Gaza.
Tal Shoham ist eines der Hunderten Kibbuz-Opfer. Der Österreicher, er wohnt weit weg in Nordisrael, besuchte an diesem Wochenende mit seiner Familie die Angehörigen seiner Frau im Kibbuz (Siedlung) Be’eri. Um etwa 6 Uhr in der Früh kamen die Terroristen.
Jeder zehnte Bewohner dieser landwirtschaftlichen Siedlung (etwa 4 Kilometer von Gaza entfernt) wurde zum Opfer – entweder getötet (120 starben hier) oder als Geisel genommen. Auch Tal Shohams Frau, seine beiden Kinder sowie seine Schwiegermutter und eine Tante wurden gekidnappt. Sie kamen bereits frei. Shohams Schwiegervater und weitere Verwandte wurden bei dem Angriff kaltblütig getötet.
Das letzte, was Bekannte vom Österreicher vor mehr als 500 Tagen sahen: Er wurde gefesselt zu einem gestohlenen Auto gezerrt. Bis heute gibt es keine Informationen über seinen Gesundheitszustand.
David Roet, Israels Botschafter in Österreich sagt zu "Heute": "Wir haben gesehen, wie abgemagert und gezeichnet die Geiseln von dort zurückkehren, sie erinnern uns an die dunkelste Zeit unserer Geschichte. In dieser Zeit hat Israel auch seine Resilienz und Zusammenhalt gezeigt, und darauf können wir stolz sein." Die Freude über die Freilassung ist groß. Dennoch: "500 Tage bedeuten für viele Familien in Israel, dass sie wissen, dass ihr Leben nie wieder wie vor dem 7. Oktober sein wird, da sie nahe Angehörige verloren haben oder in Ungewissheit auf ein Lebenszeichen ihrer Angehörigen warten, die von der Hamas nach Gaza verschleppt wurden", so der Top-Diplomat.