Die Temperaturen steigen, so langsam würde die Sonne Badefreunde schon ins kühle Nass locken. Doch in der Stadtgemeinde Ried im Innkreis müssen sich die Besucher heuer auf eine herbe Enttäuschung gefasst machen.
Durch eine Initiative der SPÖ waren für das Rieder Freibad seit Jahren vergünstigte Dauerkarten erhältlich. Das wird heuer nicht mehr möglich sein. Außerdem müssen die Besucher einige Wochen länger auf den Badespaß warten: Geöffnet werden soll jetzt erst Ende Mai oder Anfang Juni.
Für eine Jahreskarte zahlen Erwachsene heuer 99 Euro – vergangenes Jahr waren es noch 64,80 Euro. Kaufte man die Karte bis 15. Mai, bekam man sie sogar für nur 47,10 Euro. Die Preise für Kinder, Jugendliche, Studenten, Präsenz- und Zivildiener, Senioren und Versehrte bleiben stabil. Sie liegen zwischen 29,20 Euro und 34,50 Euro.
Ausgerechnet Familien müssen dieses Jahr aber deutlich tiefer in die Tasche greifen. Die Saisonkarte kostete 2024 noch 96,80 Euro – der Early-Bird-Preis lag bei 75,10 Euro. Jetzt wurden die Kosten für die Familienkarte auf 148,50 Euro erhöht.
Hintergrund: Ried wird heuer erstmals zur Härteausgleichsgemeinde. Die heimische SPÖ macht die hohen Transferzahlungen an den Bund für die finanziellen Schwierigkeiten der Kommunen verantwortlich. Ihnen bliebe wenig Spielraum für andere Ausgaben. Das führt jetzt dazu, dass immer mehr Freizeitangebote gekürzt werden müssen.
So blieb zum Beispiel die Rieder Eishalle geschlossen, auch der Citybus wird wohl dem Sparstift zum Opfer fallen. "Das ist eine Katastrophe für die Stadt, auch der Imageschaden ist beträchtlich“, wird Vizebürgermeister Peter Stummer (SPÖ) in den "OÖN" zitiert. Er kritisiert die spätere Öffnung des Freibades und die Preiserhöhungen scharf.
Die Lebensqualität der Stadt werde dadurch stark eingeschnitten. Im Stadtrat habe die SPÖ Ried "natürlich gegen diese Maßnahmen gestimmt". Er fügt hinzu, dass die beschlossenen Mittel keine vorgeschriebenen Kriterien des Landes bei den Härteausgleichsgemeinden gewesen seien.