T. Coronae Borealis

Ist bald gigantische Nova-Explosion am Himmel zu sehen?

Es passiert nur alle 80 Jahre: Im Sternensystem T. Coronae Borealis wird eine Nova-Explosion erwartet, die mit bloßem Auge beobachtet werden kann.
Heute Life
27.03.2025, 14:33

T. Coronae Borealis ist ein Doppelsternsystem, bestehend aus einem Weißen Zwerg und einem Roten Riesen. Es liegt etwa 3000 Lichtjahre von der Erde entfernt. Alle 80 Jahre kommt es dort zu einer Nova-Explosion, die sich in einem schnellen Helligkeitsanstieg äußert.

Sie ist so hell, dass wir sie ohne Hilfsmittel von der Erde aus sehen können. Astro-Fans warten bereits seit Monaten gespannt darauf, denn die Nova von T. Coronae Borealis ist überfällig.

Nun könnte die Zeit laut Astronom Jean Schneider vom Observatoire de Paris gekommen sein. Der Forscher hat mehrere mögliche Daten errechnet. Der erste Termin für die Nova von T. Coronae Borealis ist der 27. März 2025 – also heute.

Wie wurde der Zeitpunkt für die Nova errechnet?

Zugrunde gelegt hat Jean Schneider seiner im letzten Oktober veröffentlichten Studie die bisherigen Novae von T. Coronae Borealis und die Bahnbewegung der beiden stellaren Objekte. Dabei ist er zum Schluss gekommen, dass der 27. März, 10. November oder 25. Juni 2026 wahrscheinliche Daten für die Nova sind.

Die letzte Eruption war am 9. Februar 1946 zu beobachten und zuvor am 12. Mai 1866 und um die Weihnachtszeit 1787, wobei das genaue Datum nicht bekannt ist.

Sonne, Mond und Sterne – was sich im Weltraum alles tut

Wie sicher ist die Voraussage?

Dass die Nova tatsächlich an einem dieser Daten zu sehen sein wird, ist nicht sicher, wie Schneider selber sagt. Denn die letzten drei Eruptionen waren nicht exakt periodisch. Es gab durchschnittlich Abweichungen von 1,36 Jahren. So sagte die US-Raumfahrtbehörde Nasa die Nova bereits für September 2024 voraus. Passiert ist nichts. Schneider hofft, dass die intensive Beobachtung von T. Coronae Borealis vor, während und nach der Eruption – insbesondere während des schnellen Helligkeitsanstiegs – mehr über den Eruptionsmechanismus verraten wird.

Wonach sollten Sterngucker Ausschau halten?

T. Coronae Borealis befindet sich im Sternbild Corona Borealis, der Nördlichen Krone. Die Nasa beschreibt sie als hufeisenförmigen Sternenbogen westlich des Sternbilds Herkules. "Man kann sie identifizieren, indem man die beiden hellsten Sterne der nördlichen Hemisphäre – Arktur und Wega – lokalisiert und eine gerade Linie von einem zum anderen zieht, die Himmelsbeobachter zu Herkules und der Nordkrone führt", so die Weltraumbehörde.

T Coronae Borealis befindet sich in der Nördlichen Krone (Corona Borealis), einem Sternbild zwischen dem Herkules und dem Bärenhüter (Bootes).
Stellarium

Was sieht man von der Erde aus?

Wenn uns das Licht der Explosion erreicht, wird T. Coronae Borealis am Nachthimmel so hell wie der Polarstern zu sehen sein. So, als ob plötzlich ein neuer Stern aufgetaucht wäre. Der Ausbruch wird für etwas weniger als eine Woche sichtbar sein. 1946 erreichte seine scheinbare Helligkeit +2.

Die sogenannte Magnitude gibt an, wie hell eine Beobachterin oder ein Beobachter auf der Erde einen Stern wahrnimmt. Kleinere Magnituden-Werte bedeuten, dass ein Stern heller wahrgenommen wird, als Sterne mit größeren Magnituden-Werten. Üblicherweise hat T. Coronae Borealis eine Magnitude von +10. Das bedeutet, dass er so schwach ist, dass man ihn nur mit Teleskopen mittlerer Öffnung oder großen Ferngläsern sehen kann.

Die starke Schwerkraft des Zwerges entzieht dem Roten Riesen Material und bildet erst eine abgeflachte Gaswolke um den Zwerg, bevor sich das Material auf dessen Oberfläche sammelt.
NASA's Goddard Space Flight Center Conceptual Image Lab

Was passiert genau mit T. Coronae Borealis?

Das Doppelsternsystem T. Coronae Borealis besteht aus einem Weißen Zwerg – dem erdgroßen Überrest eines toten, sonnenähnlichen Sterns – und einem alten Roten Riesen. Der Zwerg ist viel schwerer und entzieht dem Riesen durch seine Gravitationskraft seine äußeren Schichten.

Das Material sammelt sich schließlich auf der Oberfläche des Weißen Zwergs und verursacht auf Dauer einen Druck- und Hitzeanstieg. Dieser entlädt sich in regelmäßigen Abständen in einer thermonuklearen Explosion, so die Nasa. Sie zerstört den Weißen Zwerg nicht, aber wir können das Licht der Explosion über Tausende von Lichtjahren hinweg sehen.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 27.03.2025, 14:47, 27.03.2025, 14:33
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