19 Mrd. Euro für Biodiversität

Hoffnung auf Durchbruch bei Artenschutz-Weltkonferenz

Bis zum Jahr 2030 will die Weltgemeinschaft 30 Prozent der globalen Land- und Meeresflächen unter Schutz stellen. Darüber wird nun in Rom verhandelt.
Bernd Watzka
26.02.2025, 11:18

Das Ziel ist ehrgeizig: Bis 2030 sollen 30 Prozent der weltweiten Land- und Meeresflächen Schutzgebiete sein, so eine globale Vereinbarung zum Schutz der Artenvielfalt. Bei zahlreichen Ländern herrscht auf dem Weg dorthin allerdings Aufholbedarf, so eine Studie vom "Guardian" und dem Fachportal "Carbon Brief".

Vor gut zwei Jahren hatten sich in Montreal rund 200 Staaten auf einen Biodiversitätsrahmen geeinigt – mit 23 ambitionierten Zielen, die der Zerstörung der Ökosysteme der Erde Einhalt gebieten sollen.

Viele Staaten nicht auf Kurs

Mehr als die Hälfte der 137 Staaten, die Pläne eingereicht und Maßnahmen vorgeschlagen haben, befänden sich nicht auf Kurs, um das Ziel zu erreichen. In Rom wird derzeit die Weltkonferenz zum Artenschutz (COP16) fortgesetzt, da im kolumbianischen Cali 2024 keine Abschlusseinigung erzielt werden konnte.

Milliarden Euro für Artenvielfalt

Die Industrieländer müssten eigentlich schon jetzt 19 Milliarden Euro pro Jahr zum Schutz der Artenvielfalt bereitstellen. 2030 sollen es dann satte 28 Milliarden sein. Die Umsetzung der Zahlungen soll nun auf der COP16 endlich geklärt werden.

Von 137 Ländern, die ihre Ziele eingereicht haben, befinden sich allerdings mehr als die Hälfte (70 Länder) nicht auf Kurs, um die als Ziel festgelegten 30 Prozent ihrer Land- und Meeresflächen bis 2030 zu schützen.

"Megadiverse" Länder lassen aus

Von 137 Ländern, die ihre Ziele eingereicht haben, befinden sich mehr als die Hälfte (70 Länder) nicht auf Kurs, dazu zählen auch Staaten mit großer Naturvielfalt wie Mexiko, Indonesien, Malaysia, Mexiko, Peru, die Philippinen, Südafrika und Venezuela.

Österreich gehört zu den "Braven"

Auch die EU legte einen Plan zur Einhaltung des Schutzes von 30 Prozent der Land- und Meeresflächen bis 2030 vor. Die 27 Mitgliedsstaaten müssen allerdings ihre eigenen nationalen Pläne vorlegen. Immerhin: Österreich liegt laut der Analyse mit seinem eingereichten Plan auf Kurs.

Viele Säugetiere bei uns gefährdet

Handlungsbedarf besteht beim Artenschutz auch bei uns: Jede vierte Säugetierart gilt in Österreich als gefährdet, fast die Hälfte aller Fischarten, drei Fünftel aller Amphibien- und zwei Drittel aller Reptilienarten. Ebenso schlimm: Nur noch 14 Prozent der heimischen Flüsse sind ökologisch intakt.

Die globalen Bestände von Säugetieren, Vögeln, Amphibien, Reptilien und Fischen sind seit dem Jahr 1970 um rund drei Viertel zurückgegangen.

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