Ein genauer Blick auf die Zutaten lohnt sich jetzt doppelt: Brot und Gebäck, Kuchen, Teigwaren, verarbeitete Kartoffelprodukte, Käse und Käseprodukte sowie Obst- und Gemüsekompotte – dort darf ab sofort eine neue Zutat drin sein: Mehlwürmer in Form von Pulver.
Seit 10. Februar darf in der EU nämlich die behandelte Substanz in Lebensmitteln verwendet werden. Konkret geht es dabei um Pulver ganzer Larven des Mehlkäfers. Die Krabbeltiere sind grundsätzlich schon als Lebensmittel erlaubt – bei der neuen Zulassung geht es um die UV-Behandlung.
Statt auf Rind, Huhn oder Fisch setzt Le Burger schon jetzt auf die neue Proteinquelle. Und zwar mit dem "Wormwich": einem Burger, bei dem das Patty aus Mehlwürmern besteht. So will das Unternehmen dabei helfen, die Abhängigkeit von herkömmlichem Fleisch zu verringern.
Jetzt gibt's das "Wormwich" in allen Restaurants der Kette in Österreich und München. "Vor dem ersten Bissen ist meistens ein bisschen Respekt da", erzählt Christian Rotheneder, Quality Manager bei Le Burger. "Aber im Endeffekt haben wir dann nur positives Feedback."
Saftig und mit nussigem Geschmack – so soll der Mehlwurm-Burger laut dem Unternehmen schmecken. Ob das stimmt? Aus der "Heute"-Redaktion in Wien gab es nach dem Test jedenfalls schon eine glänzende Empfehlung. Aber wie schmeckt das "Wormwich" dem geschulten oberösterreichischen Gaumen?
Der Wurm-Burger im "Heute"-Test:
Serviert wird das "Wormwich" auf einem Brioche Bun mit Mayonnaise, Salat, Tomaten, Röstzwiebeln und Ketchup. Krabbeln tut da nichts mehr. Rein optisch steht ein ganz gewöhnlicher Burger auf dem Teller. Während "Heute"-Redakteur Johannes die Kreation voller Vorfreude begutachtet, ist Kollegin Lea trotzdem noch skeptisch.
Der erste Bissen in die Wurm-Kreation überrascht: "Leicht nussig, schmeckt wie ein Gemüselaibchen!" Und das kommt nicht von irgendwo. "Unser Patty besteht nicht nur aus den Mehlwürmern", erklärt Rotheneder. Im "Fleisch" stecken nämlich noch weiße Bohnen, Knoblauch und rote Rübe – daher auch die intensive Färbung.
Ein PR-Gag? Wohl kaum. Mehlwürmer haben einen deutlich geringeren ökologischen Fußabdruck als herkömmliche Fleischquellen: Sie brauchen weniger Land, Wasser, Futter und stoßen weniger Treibhausgase aus. Dazu liefern sie beachtliche 45 bis 60 Prozent Eiweiß.
Bis zum 28. Februar können Mutige das "Wormwich" noch für 9,50 Euro probieren. Dann verkriecht sich der Mehlwurm erstmal wieder. Für immer? Der Quality Manager lässt durchblicken: "Sollte es ganz gut ankommen, lässt sich natürlich drüber reden, ob wir etwas ähnliches wieder mal in unsere Speisekarte packen."