Wirtschaft
Firmen profitieren – AK will Eingriff bei Sprit-Preisen
Die Arbeiterkammer kritisiert, dass sich Unternehmen an der Krise bereichern und fordert daher einen Eingriff bei den Treibstoffpreisen.
Seit Wochen machen die hohen Spritpreise den heimischen Autofahrern zu schaffen. Zwar haben sich die Preise für Benzin, Diesel und Co. zuletzt einigermaßen stabilisiert, weil aber die günstiger gewordenen Preise für die Raffinerien nicht beim Endverbraucher angekommen sind, stand rasch der Verdacht illegaler Preisabsprachen im Raum, "Heute" berichtete.
AK will Preiskommission beantragen
Ohne Eingriffe in den Markt wird es nicht mehr gehen, sagt die Arbeiterkammer. Sie will erreichen, dass die Preise für Öl und Treibstoff sechs Monate lang vom Wirtschaftsministerium festgesetzt werden. Solche Eingriffe sind möglich, wenn die Versorgung der Bevölkerung in Gefahr ist und es unverhältnismäßig hohe Preissteigerungen gibt, berichtet das "Ö1-Morgenjournal".
Es gebe Unternehmen, die sich an der Krise bereichern und Übergewinne einfahren, kritisiert AK-Direktor Christoph Klein. Er will deshalb eine Preiskommission beantragen, allerdings nur wenn die Regierung ihre Unterstützung zusagt.
Auch Überprüfungen in anderen Bereichen geplant
Bei den Ministerien für Soziales, Landwirtschaft, Finanzen und Wirtschaft sollten in diesen Tagen Briefe mit der Forderung ankommen. Wirtschaftsminister Martin Kocher könnte dann Einblick in die Geschäftsbücher der Treibstofffirmen nehmen und prüfen ob sie sich an den Teuerungen bereichern und ihnen Preise vorschreiben. Im EU-Schnitt kostet Benzin 1,78 und Diesel 1,80 pro Liter. Österreich lag zuletzt leicht darunter.
Laut Klein sollen Öl und Treibstoffe nur der Anfang sein und auch weitere Bereiche mit massiven Teuerungen überprüft werden, wie etwa bei Lebensmittelprodukten.