Übler Nachschlag für Samir Kesetovic aus St. Pölten: Der 50-Jährige hatte am 21. Dezember 2020 seiner Tatjana (26) in der nö. Landeshauptstadt das Ja-Wort gegeben.
Nur: Die Behörde fand die Umstände und den Altersunterschied offenbar verdächtig, jetzt ermittelt die Polizei wegen des Verdachtes der Scheinehe. Denn der gebürtige Bosnier soll die Bosnierin nur wegen des Aufenthaltstitels geehelicht haben. Bezirkshauptmann Josef Kronister: meint dazu: „Eine reine Routineangelegenheit. Wie in vielen anderen Fällen auch.“
Ein Sprecher der Polizei erklärt: "In so einem Fall prüft erstmal die FGA (Anm.: Fremdenpolizei) und dann ermittelt die wohnortzuständige Dienststelle."
„Unsinn, wir lieben uns. Seit Oktober 2020 lebt Tatjana schon bei mir in Wilhelmsburg. Ich war zwar schon mal verheiratet, bin aber schon seit 13 Jahren geschieden. Und sobald es Corona zulässt, gibt es eine ordentliche Hochzeitsfeier mit zahlreichen Gästen.“
Der Bräutigam, der sich oft mit Behörden anlegt und nach über 20 Jahren Spitalsdienst als Krankenpfleger erst im Vorjahr gekündigt worden war, übergab den Fall der Kanzlei Rast-Musliu.
„Es ist sehr verwunderlich, dass eine diplomierte Krankenschwester keinen Aufenthaltstitel in Österreich bekommt. Wir werden auf alle Fälle alles daran setzten, dass sie ihn bekommt“, so die beiden Wiener Anwälte Nikolaus Rast und Mirsad Musliu.
Übrigens: Um keine Schwierigkeiten zu bekommen, verlässt die Bosnierin am heutigen Dienstag vorerst Österreich.