Wirbel in Vösendorf

Angriff fingiert, Rücktritt – so geht es jetzt weiter

Nach dem Polit-Paukenschlag wird in Vösendorf ein "neuer Stil" propagiert und von der Opposition ein "Neustart" gefordert.
Niederösterreich Heute
24.02.2025, 05:00

Donnerstagabend kündigte Hannes Koza (VP) via Facebook seinen Rücktritt als Bürgermeister an („Heute“ berichtete).

Er hatte einen Angriff im Schlosspark in Vösendorf vorgetäuscht, die Verletzung am rechten Auge fügte er sich selbst zu, bestätigte auch Kozas Anwalt, Sascha Flatz, gegenüber dem ORF.

"Kurzschlussreaktion"

Nach der "Kurzschlussreaktion" rege man eine Diversion an, die Ermittlungen laufen wegen Falschaussage und des Vortäuschens einer gerichtlich strafbaren Handlung – bis zu 6 Monate Haft drohen.

In Vösendorf hatte es am 5. Mai 2024 vorgezogene Neuwahlen gegeben – weil Koza eine Anwaltsrechnung gefälscht haben soll. Hier kam Koza mit einem blauen Auge davon: Im Rahmen einer Diversion musste er 2.000 € Geldbuße zahlen. Die Wahl endete für Kozas ÖVP aber triumphal, mit 48,9 % (plus 10,7 %) holte er die absolute Mehrheit.

Interimistisch übernimmt nun Vizebürgermeisterin Birgit Petross (VP): "Es geht jetzt um einen neuen Stil", man wolle "gemeinsam an einem Strang ziehen". "Die Gemeinde braucht rasch einen politischen Neustart", sagte SPNÖ-Landesgeschäftsführer Wolfgang Zwander.

"Ich wollte mich in eine Opferrolle bringen"

"Ich wollte mich in eine Opferrolle bringen, in der Hoffnung, dass die persönlichen Angriffe damit endlich aufhören. Heute ist der Tag, an dem ich mir selbst eingestehen muss, dass ich damit Grenzen überschritten(...) habe", hieß es in dem Beitrag von Koza auf Facebook.

Eines "der schlimmsten Jahre"

Koza spricht von einem "der schlimmsten Jahre" seines Lebens. Er sei für Fehler, die er gemacht hat, medial zerrissen worden. "Meine Hoffnung war, dass nach der vorgezogenen Gemeinderatswahl wieder Ruhe einkehrt, dem war aber nicht so. Die persönlichen Angriffe und ständigen Anzeigen gegen mich und meine Frau wurden mehr anstatt weniger", beklagt Koza.

Die Situation habe ihn "psychisch mehr belastet, als ich zugeben wollte und konnte". Er habe Mittel und Wege gesucht, um mit dieser Belastung umgehen zu können, sei aber schließlich gescheitert. Er sei nicht so und habe nie so sein wollen. "Aus diesem Grund bin ich zu dem Entschluss gelangt, dass ich mir professionelle Hilfe suchen und daher mein Bürgermeisteramt zurücklegen werde." Für "Heute" war Koza für eine persönliche Stellungnahme nicht erreichbar. Für alle Beteiligte gilt die Unschuldsvermutung.

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