Profis kommen in Haft
92.000 Euro erbeutet – Amok-Flucht nach Bankomat-Coup
Kurzer Prozess nach einem spektakulären Coup inklusive filmreifer Verfolgungsjagd in NÖ. Ein Duo wurde in Eisenstadt zu Haftstrafen verurteilt.
Zwei skrupellose "Panzerknacker" wurden am Dienstag in Eisenstadt zu Haftstrafen verknackt: In der Nacht von 15. auf 16. Juli 2024 soll dem Duo (35, 47) mit kosovarischen Wurzeln bei einem Postpartner in Draßburg (NÖ) ein echter Coup gelungen sein – mit einem zuvor aus einem Feuerwehrhaus gestohlenen Metallspreizer zwängten die Profis dort den Bankomaten im Foyer auf und entkamen mit fast 92.000 Euro. Ein Passant hatte sich jedoch das Kennzeichen des Fluchtautos gemerkt, also heftete sich die Polizei am nächsten Tag dem Duo auf die Fersen.
Was dann passierte, kennt man ansonsten nur aus dem Computerspiel GTA (Grand Theft Auto) – und wohl weniger aus Niederösterreich. Ab der A2-Ausfahrt Wöllersdorf kam es zu einer filmreifen Verfolgungsjagd. Das Duo flüchtete mit bis zu 170 Sachen als Geisterfahrer in die entgegengesetzte Richtung, raste im Slalom auch über den Pannenstreifen und rammte sogar ein Polizeiauto. Dabei wurde ein Beamter verletzt, der 35-Jährige konnte festgenommen werden.
Der 47-jährige Komplize flüchtete zu Fuß weiter, stahl dann ein Auto und kam damit bis zu zur A5 im Norden des Bundeslandes, wo die Polizei eine Straßensperre aufbaute. Durch die bretterte der Verdächtige jedoch einfach hindurch, versuchte angebliche einen Polizisten umzufahren. Dem Mann gelang tatsächlich trotz Reifenschadens die Flucht nach Tschechien, doch dort wurde er schon kurz darauf festgenommen.
Am Landesgericht Eisenstadt kam es am Dienstag nun zum Showdown: Der von Mirsad Musliu (Kanzlei Musliu/Rast) verteidigte 35-Jährige wurde drei Jahren unbedingter Haft verurteilt, nicht rechtskräftig. Sein Komplize, der sich zusätzlich zu den Einbruchsdiebstählen wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt, vorsätzlicher Gemeingefährdung und Körperverletzung verantworten musste, fasste sechs Jahren Haft aus (rechtskräftig). Rund die Hälfte der Beute konnte übrigens beschlagnahmt werden und an die Bank retourniert.
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Auf den Punkt gebracht
- Zwei Männer wurden in Eisenstadt zu Haftstrafen verurteilt, nachdem sie bei einem spektakulären Einbruch in Draßburg fast 92.000 Euro erbeuteten und eine filmreife Verfolgungsjagd mit der Polizei lieferten.
- Der 35-jährige Haupttäter erhielt drei Jahre Haft, während sein Komplize, der zusätzlich wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt und weiterer Delikte angeklagt war, zu sechs Jahren verurteilt wurde.