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"Kinderlebensmittel" fast nur Fett und Zucker

Heute Redaktion
14.09.2021, 15:00

Kinder sind auch für Lebensmittelproduzenten eine attraktive Zielgruppe. Im lukrativen Wettstreit um die kleinen Konsumenten investieren viele Hersteller massiv in Werbung und Marketingmaßnahmen für Lebensmittel speziell für Kinder. Die Zeitschrift "Konsument" hat nun einige dieser Produkte unter die Lupe genommen - mit erschreckendem Ergebnis.

Kinder sind auch für Lebensmittelproduzenten eine attraktive Zielgruppe. Im lukrativen Wettstreit um die kleinen Konsumenten investieren viele Hersteller massiv in Werbung und Marketingmaßnahmen für Lebensmittel speziell für Kinder. Die hat nun einige dieser Produkte unter die Lupe genommen - mit erschreckendem Ergebnis.

Frühstücksflocken oder Zerealien, Wurst und Käse speziell für Kinder hat die Verbraucher-Zeitschrift getestet. Das Hauptaugenmerk lag dabei auf den Inhaltsstoffen, besonders auf dem Zucker-, Fett- und Kochsalz-Gehalt. Das Ergebnis ist erschreckend: Fast alle Produkte bestehen zu einem erheblichen Teil aus Fett oder Zucker.

Die Werbung für Zerealien verspricht oft ein gesundes Frühstück dank vieler Vitamine und Mineralstoffe. Diese sind allerdings künstlich zugesetzt und keineswegs natürlich in den Produkten enthalten. Solche speziell mit Nährstoffen angereicherten Lebensmittel werden zur Ernährung von Kindern aus gesundheitlicher Sicht nicht benötigt. Grundsätzlich kann und sollte der Bedarf über eine ausgewogene und abwechslungsreiche Mischkost abgedeckt werden.

Etikettenschwindel

Darüber hinaus bewirbt etwa Nestlé sein Produkt Cookie Crisps "Schoko-Knusper-Kekse" mit einer "Vollkorngarantie": "Mindestens 30 Prozent Vollkorngetreide“, hieß es dazu von Seiten des Unternehmens. Wirft man allerdings einen Blick auf die Zusammensetzung, so zeigt sich, dass das vermeintlich gesunde Vollkornprodukt zu 23,5 Prozent aus Zucker besteht.

Noch höher ist der Zuckeranteil bei den Nugat Bits von Knusperone (33,9 Prozent) und den Kellog’s Smacks (41,6 Prozent). Als tägliche Frühstücksmahlzeit für Kinder ist damit keines der geprüften Produkte geeignet. 

Kinder-Wurst absolut ungesund

Auch das Angebot an kinderspezifischen Fleisch- und Wurstwaren hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Insgesamt unterscheiden sich die Produkte dabei aber hauptsächlich durch einen erhöhten Preis, die Aufmachung und die Werbung von herkömmlichen Produkten. Zwei der geprüften Wurstwaren, die Mini Leberwurst und Mini Salami von Ferdi Fuchs, wurden dabei auch mit diversen Vitaminen und Mineralstoffen angereichert, die sie gesünder erscheinen lassen, als sie sind. Beide Produkte bestehen zu einem Großteil (33,1 Prozent bzw. 31,7 Prozent) aus Fett. 

Fazit: Alles überflüssig

Das Fazit der Konsumentenschützer: Kinder brauchen keine Kinderlebensmittel. Eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung versorgt sie mit allen Nährstoffen, die sie benötigen. Dennoch werden in der Werbung auch ungesunde Produkte nach wie vor als "nahrhaft" und "wertvoll" darstellt.

Selbstverpflichtungen der Hersteller, solche an Eltern und Kinder gerichtete Werbung zu beschränken, haben bisher kaum praktische Wirkung gezeigt.

 

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