Die Fußballerinnen in der höchsten Liga der USA dürfen ab Ende Juni endlich wieder kicken. Am neu geschaffenen Challenge Cup messen sich die neun Teams in einem WM-artigen Format während eines Monats in Utah. Allerdings wird das Turnier ohne den größten Star der Liga, ohne die bekannteste Fußballerin der Welt, ohne Megan Rapinoe über die Bühne gehen.
Ihr Trainer beim Reign FC, Farid Benstiti, verriet der französischen Zeitung "Le Progrès", dass die Amerikanerin nicht teilnehmen werde. Er bedauerte: "Es ist schade. Megan ist wichtig für das Team, und wir hätten mit dem Klub etwas Wichtiges erreichen können, wenn sie sich uns angeschlossen hätte."
Die Weltfußballerin, Olympiasiegerin und zweifache Weltmeisterin ist offenbar nicht die einzige Spielerin, die ihre Teilnahme verweigert. Grund dafür ist zum einen die Sorge um eine Ansteckung mit dem Coronavirus. Zum anderen soll aber auch das Übermaß von insgesamt 25 Spielen in einem Monat auf Kunstrasen ohne angemessene Vorbereitung eine entscheidende Rolle spielen.
Das Turnierformat
Das Turnier dauert vom 27. Juni bis 26. Juli und findet komplett in Utah in einem Stadion hinter verschlossenen Türen statt. Es wird in Form einer Mini-WM gespielt: Die neun Clubs treten zuerst in vier Vorrundenpartien gegeneinander an. Die besten acht Mannschaften erreichen anschließend den Viertelfinal, Halbfinal und Final werden am 26. Juli ausgetragen.
Wegen des Coronavirus hatte die Saison in den USA in der National Women’s Soccer League nie starten können. Dieses Turnier soll dafür sorgen, dass die Profis trotzdem etwas Spielpraxis erhalten und dass wenigstens etwas Ähnliches wie eine Saison gespielt werden kann.
Der 34-jährige Star, der sich öffentlich immer wieder gegen Rassismus und Sexismus starkmacht, hat sich selbst noch nicht zu der Offenbarung ihres Trainers geäußert. Dieser erklärte in der französischen Zeitung weiter: "Ich verstehe Megans Motivation, aber ich bin trotzdem enttäuscht und frustriert. Sie wird dem Team und dem ganzen Frauenfußball fehlen."
Rapinoe wird trotz ihrer Verweigerung auf nichts verzichten müssen. Die Liga hatte bereits beschlossen, dass jede Spielerin selbst entscheiden darf, ob sie teilnehmen will oder nicht. So oder so sind Löhne und Leistungen garantiert.