Vor kurzem wurde Verteidiger Albert Heiss die Mordanklage gegen seinen Mandanten zugestellt. Nun ist auch klar, wann der spektakuläre Mord-Prozess gegen den Vater des verstorbenen Leon (6) in Tirol stattfinden wird. Der erste Termin ist für 17. Juli am Landesgericht Innsbruck geplant, am 1. August soll weiter verhandelt werden.
Der Deutsche (39) soll für den Tod seines Sohnes verantwortlich sein, so der schwere Vorwurf der Staatsanwaltschaft in Tirol. Der Sohn des Deutschen war im August 2022 in der Kitzbüheler Ache ertrunken. Der Vater des Sechsjährigen gab an, während eines Spaziergangs von einem Unbekannten überfallen und bewusstlos geschlagen worden zu sein. Das Kind sei alleine aus dem Kinderwagen geklettert und in den Fluss gestürzt.
Nun muss das Gericht in Innsbruck entscheiden.
Bei der Story gab es eine Reihe von Ungereimtheiten, bald tauchten erste Zweifel an der Version des Deutschen auf. So war der Verdächtige um 4 Uhr früh auf der menschenleeren Promenade am Fluss-Ufer unterwegs. Er soll den Überfall inszeniert, sich selbst eine mitgebrachte Glasflasche auf den Kopf geschlagen haben – es gilt die Unschuldsvermutung.
Der Bub litt an einem seltenen Gendefekt, hätte nie sprechen können. Annahme der Ermittler: Der Vater soll den wehrlosen Buben getötet haben, in dem er ihn in den Fluss warf, dann den Überfall inszeniert haben. Vermeintliches Motiv: Den Buben "von seinem Leid zu erlösen". Die Anwälte des Verdächtigen kritisierten die Ermittlungsarbeit in Tirol, der Mann beteuerte wiederholt nichts mit dem Tod seines Sohnes zu tun zu haben – nun ist das Gericht am Zug, dem Deutschen droht "lebenslang".