Es war wieder eine der vielen Drohgebärden Donald Trumps, erneut richtet sich seine Wut gegen ein anderes Land. Der alte und neue US-Präsident schloss bei der Pressekonferenz in seinem Anwesen Mar-a-Lago in Florida einen Militäreinsatz nicht aus, um die Kontrolle über den Panamakanal zu erlangen. "Es könnte sein, dass man etwas tun müsse", sagte Trump vor den versammelten Journalisten.
Trump hatte die Gebühren für die Durchfahrt durch den Panamakanal im Vorfeld als "höchst ungerecht" bezeichnet. Für die USA ist der Panama-Kanal die wichtigste Handelsroute, da durch diesen der Schiffshandel von der Ostküste an die Westküste oder Asien geschieht. Er verbindet den Atlantik mit dem Pazifik.
Im 20. Jahrhundert wurde der Kanal von der USA gebaut und kontrolliert, seitdem wurde er schrittweise an Panama übergeben. Seit 1999 ist es vollständig unter der Kontrolle Panamas. Für Trump ein Fehler, denn seiner Meinung nach wird der Kanal seit seiner Übergabe an Panama von China gesteuert.
Eine Reaktion aus Panama ließ nicht lange auf sich warten. Panamas Außenminister Javier Martinez-Acha erklärte am Mittwochvormittag auf einer Pressekonferenz, dass die Souveränität über den Kanal nicht verhandelbar sei. Die einzigen Hände, die die Kontrolle über den Kanal hätten, seien die panamaischen und das werde auch so bleiben.
Die Vorwürfe von Donald Trump scheinen unbegründet. Obwohl China ein wichtiger Handelspartner ist und großen Einfluss auf den Panamakanal hat, gehört der Kanal nach wie vor allein dem Staat Panama. Auch die erhobenen Gebühren gelten als marktüblich, da sie sich an den durchfahrenden Schiffen orientieren. Dabei sind die Größe des Schiffes sowie das Gewicht der transportierten Güter ausschlaggebend.