Wien

Schutz vor Delogierung – ab heute hilft die Stadt aus

Die "Wiener Wohnungssicherung Plus" kann ab sofort beantragt werden. Die Stadt übernimmt 70 Prozent der Mietrückstände besonders Betroffener.
Wien Heute
03.09.2023, 15:09
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Im Juni wurde die Unterstützung im Gemeinderat fixiert – wir berichteten – jetzt ist es soweit: All jene Wiener Mieter, denen Der Verlust ihrer Wohnung droht, können die "Wiener Wohnungssicherung Plus" beantragen. 

Zahlung geht direkt an den Vermieter

Die neue Unterstützung der Stadt kann von allen Angehörigen der Zielgruppe beantragt werden, unabhängig davon, ob sie im Gemeindebau, im geförderten oder privaten Wohnbau leben. Einen Antrag stellen können Personen ab dem 18. Lebensjahr, die seit mindestens sechs Monaten durchgehend ihren Lebensmittelpunkt in Wien haben, sich in Wien aufhalten und ihren Lebensunterhalt hier bestreiten und entweder Anspruch auf Mindestsicherung, Wohnbeihilfe, Ausgleichs- oder Ergänzungszulage oder Arbeitslosenversicherung haben.

Rückstände ab 400 Euro können übernommen werden. Bei hohen Rückständen über 4.000 Euro ist ein Gespräch mit einem Sozialarbeiter nötig, um eine Förderung zu erhalten. Die maximale Fördersumme beträgt 15.000 Euro. Ein Ansuchen kann in der Förderperiode nur einmal gestellt werden. Die Förderung wird direkt an den Vermieter beziehungsweise die Hausverwaltung ausbezahlt. Eine Kontaktaufnahme mit dem Vermieter ist insbesondere notwendig, um eine Regelung der Rückzahlung zu vereinbaren.

Stadt nimmt 20 Millionen Euro in die Hand

"Der Verlust einer Wohnung ist volkswirtschaftlich unsinnig und für die Betroffenen persönlich katastrophal. Die Reintegration in den Wohnungsmarkt verursacht im deutlich höhere Kosten als die Wohnungssicherung im Vorhinein", so Sozialstadtrat Peter Hacker (SPÖ). "Das Leid für die Betroffenen, wenn eine Delogierung durchgeführt werden muss, ist eine menschliche Katastrophe, die wir möglichst verhindern müssen – insbesondere, wenn der Grund dafür eine Teuerung ist, für die die Betroffenen am wenigsten können." 20 Millionen Euro nimmt die Stadt dafür in die Hand.

"Wir haben seit dem Beginn der Pandemie gesehen, dass sich die Höhen der Mietrückstände vieler Menschen nach oben bewegen und auch mehr Personen insgesamt mit ihren Zahlungen in Rückstand geraten. Die Stadt steuert in der Delogierungsprävention zielgerichtet und unterstützt besonders betroffene Wiener", so Agnes Berlakovich, Leiterin der Abteilung Soziales, Sozial- und Gesundheitsrecht der Stadt Wien (MA 40).

Details zu den Förderungen und die Online-Antragstellung finden Sie unter www.wien.gv.at. Wer Unterstützung braucht, kann sich an das Servicetelefon unter 01 4000/8040 wenden.

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