Die Signa Holding als Dachgesellschaft für Hunderte Signa-Tochterunternehmen wird nicht saniert, sondern liquidiert. Das hat Masseverwalter Christof Stapf am Donnerstag bekanntgegeben. Zwar bleibt es beim geordneten Abverkauf der beiden früheren Immobilien-Juwelen Prime und Development in Form einer Treuhandlösung, vom Erlös dürfte die übergeordnete Holding aber nichts sehen.
Die Erfüllung des Sanierungsplans, der eine Mindestquote von 20 Prozent der Forderungen vorsieht, geht sich damit nicht aus. Unterm Strich geht’s um angemeldete Schulden in Höhe von bis zu 8,6 Milliarden, von denen aber bisher nur ein kleiner Teil tatsächlich anerkannt wurde.
Was der Konkurs bedeutet: Ab sofort wird verhökert, was in der Holding an Vermögen noch da ist, der Erlös – wohl nicht besonders viel – wird anschließend aufgeteilt. Laut Gerhard Weinhofer, Geschäftsführer von Creditreform, müssen Gläubiger mit hohen Ausfällen bis hin zum Totalverlust rechnen. Bis man weiß, wie viel genau bleibt, könnten, so die Kreditschützer des KSV1870, Jahre vergehen.
Wen die jetzige Abwicklung trifft? Banken, Fonds, andere Unternehmen aus dem früheren Signa-Imperium, Dienstleister und Co. – aber auch René Benko selbst. Der hält 51 Prozent am Konkurs-Unternehmen. Mit dem Gedanken an wenig(er) bis gar nichts müssen sich zudem Wirtschaftsgrößen wie Hans Peter Haselsteiner – ihm gehören 15 Prozent an der Holding, Fressnapf-Gründer Torsten Toeller (4,5 Prozent) und der Schweizer Kaffeemaschinen-Unternehmer Arthur Eugster (11,5 Prozent) anfreunden.
Ebenfalls betroffen: Lindt & Sprüngli-Schokoladenkönig Ernst Tanner (3,0 Prozent) und die brasilianisch-ungarische Unternehmerfamilie Arduini-Koranyi (14,5 Prozent).