Fussball

Red Bull erlässt Leipzig 100 Millionen Euro Schulden

In Leipzig wird gerne betont, dass die Millionen von Geldgeber Red Bull nur zu marktüblichen Konditionen geliehen seien. Ein großer Anteil davon wurde dem Klub nun doch "geschenkt".
06.06.2020, 13:28

Finanz-Spritze für den Tabellendritten der deutschen Bundesliga! RB Leipzig werden von Red Bull 100 Millionen Euro an Schulden erlassen. Das geht aus dem Jahresabschluss der Saison 2018/19 hervor, berichtet der "Bundesanzeiger". Im originalen Wortlaut: "Eine Umwandlung von Gesellschafterdarlehen in Höhe von 100 Millionen Euro in die Kapitalrücklage".

Heißt: Der Investor, der bei der Gründung der GmbH nur 2,5 Millionen Euro an Stammkapital gezahlt hatte, tilgt die Schulden von RB Leipzig an Red Bull von 186 Millionen auf 86 Millionen Euro.

In der "Mitteldeutschen Zeitung" wird Finanzexperte Prof. Ludwig Hierl zitiert, der von einer "eleganten und rechtskonformen Umwandlung von Fremd- in Eigenkapital" spricht. Fußball-Romantiker werden diese Nachricht anders interpretieren. Schließlich wurden die Klub-Granden nicht müde zu betonen, dass es sich bei den Millionen von Red Bull lediglich um einen Kredit mit Zinsen handle, der zurückgezahlt werden müsse. Auf dem Transfermarkt könne man deshalb keine großen Sprünge machen.

RB-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff hatte erst im Jänner versichert: "Unsere Darlehen kommen nicht von der Sparkasse Leipzig, sondern zu marktüblichen Konditionen von Red Bull." Das Geld sei nicht geschenkt. Effektiv wurden dem Verein nun 100 Millionen Euro "geschenkt". Die Vorwürfe der Wettbewerbsverzerrung könnten in Deutschland wieder laut werden.

Die Schuldentilgung mag einen fahlen Beigeschmack haben, sollte aber gegen keine Regeln der Bundesliga und UEFA verstoßen, wie es im Bericht weiter heißt. Als Vergleich wird der Hamburger SV herangezogen, bei dem es in der Vergangenheit ähnliche Vorgänge gegeben habe. 

Jetzt E-Paper lesen